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Der Norden Wolfsburger Senioren geben Führerschein öfter freiwillig ab als andere
Nachrichten Der Norden Wolfsburger Senioren geben Führerschein öfter freiwillig ab als andere
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07:18 11.03.2019
Ein alter Führerschein liegt auf einem Tisch. Immer mehr Senioren sind bereit ihren Führerschein freiwillig abzugeben. Quelle: Wolfram Kastl/dpa
Hannover

Die Zahl der Senioren, die im vergangenen Jahr in Niedersachsen freiwillig ihren Führerschein abgegeben hat, ist in einigen Städten deutlich gestiegen. Ein landesweit einheitliches Bild gibt es aber nicht - und insgesamt waren zu diesem Schritt auch nur vergleichsweise wenige ältere Menschen bereit. Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin Elizabeth, hatte kürzlich eine Debatte über Senioren am Steuer ausgelöst, nachdem er einen Unfall verursacht hatte - einige Tage später entschloss der 97-Jährige sich dann zur freiwilligen Führerscheinabgabe.

In Niedersachsen fielen im vergangenen Monat gleich zwei Mal Senioren als Geisterfahrer auf der Autobahn auf: Mitte Februar verursachte ein 81-Jähriger deswegen auf der A1 im Kreis Oldenburg einen schweren Unfall - er starb, mehrere andere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Kurz zuvor war ein 79-Jähriger zwischen Hannover und Bad Nenndorf rund 60 Kilometer als Geisterfahrer auf der A2 unterwegs gewesen - der Polizei gelang es, den Mann nach Hinweisen anderer Verkehrsteilnehmer zu stoppen, ohne dass Schlimmeres passierte.

Nachfrage nach Senioren-Fahrtrainings ist groß

Zahlreiche ältere Menschen nutzen aber auch die Gelegenheit, in speziellen Trainings ihre Fahrkenntnisse auffrischen zu lassen. „2018 hatten wir mehr als 2000 Teilnehmer an unseren Fahrtrainings. Die Nachfrage ist groß“, sagte Nicolai Engel von der Landesverkehrswacht. Landesweit wurden im vergangenen Jahr 215 Veranstaltungen in Niedersachsen angeboten, bei denen Menschen ab 65 in kleinen Gruppen ihr Fahrverhalten trainieren konnten.

Was die freiwillige Führerschein-Rückgabe von Senioren angeht, gibt es deutliche Unterschiede in den großen Städten in Niedersachsen. In der Landeshauptstadt Hannover und im Kreis Lüneburg waren dazu nur vereinzelt Senioren bereit. In Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg gab es dagegen teils deutliche Steigerungen.

Manche Städte bieten Senioren auch zeitweilig eine kostenlose Busfahrkarte an, wenn sie freiwillig ihre Fahrerlaubnis abgeben. In Lingen im Emsland etwa bekommen Männer und Frauen über 80 eine kostenlose Bus-Jahreskarte, in Göttingen gibt es Überlegungen, Busfahrkarten vergünstigt für Senioren anzubieten.

Hannover

In der Landeshauptstadt kommt es nur vereinzelt zu freiwilligen Führerschein-Rückgaben von Senioren. „Es gibt dazu keinerlei Statistik, es handelt sich um Ausnahmefälle“, teilte ein Sprecher mit. Dort gibt es keine Vergünstigungen bei Abgabe der Fahrerlaubnis.

Braunschweig

Eine große Steigerung gab es in Braunschweig: Hier haben im vergangen Jahr zehn Senioren freiwillig auf ihren Führerschein verzichtet. Das waren deutlich mehr als 2017, damals war es nur eine Person. Auch in der zweitgrößten niedersächsischen Stadt gibt es keine Vergünstigungen für die Abgabe des Führerscheins.

Wolfsburg

Ein starkes Wachstum bei den freiwilligen Führerschein-Rückgaben gab es in Wolfsburg. 2018 hatten 35 Senioren ihre Fahrerlaubnisse abgegeben, ein Jahr zuvor waren es 26 gewesen.

Göttingen

In der Unistadt haben 2018 genau 12 Senioren ihren Führerschein freiwillig abgegeben, das waren etwas mehr als im Vorjahr (10). Die Stadt prüft nach eigenen Angaben, vergünstigte Bus-Monatskarten anzubieten.

Lüneburg

In Lüneburg ist die freiwillige Abgabe des Führerscheins bei Senioren selten. „Das kommt nur ein bis zwei Mal im Jahr vor“, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Statistische Daten gebe es nicht.

Lingen

In Lingen haben im vergangenen Jahr acht Senioren ihren Führerschein freiwillig abgegeben, nach neun Menschen im Jahr 2017. Für Senioren ab 80 gibt es eine kostenlose Bus-Jahreskarte. „Von diesem Angebot wird nach wie vor Gebrauch gemacht“, erklärte eine Sprecherin der Stadt.

Osnabrück

In Osnabrück haben 2018 zwar mit 66 Menschen deutlich mehr ihre Fahrerlaubnis freiwillig zurückgegeben als 2017 (51). Allerdings erhebt die Stadt nicht das Alter derjenigen, die dies taten - somit ist unklar, wie sich die Zahlen bei Senioren entwickelt haben.

Von RND/lni

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