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Der Norden Patientenmörder wurde von Kollegen gelobt und gefürchtet
Nachrichten Der Norden Patientenmörder wurde von Kollegen gelobt und gefürchtet
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18:34 07.03.2019
Der wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagte Niels Högel wird am Prozesstag in den Gerichtssaal geführt. Quelle: dpa
Oldenburg

Im Prozess um den Patientenmörder Niels Högel haben frühere Kollegen die fachliche Arbeit des Ex-Krankenpflegers gelobt. Dieser habe technisch einwandfrei gearbeitet und Reanimationen „brillant gemacht“, sagte ein Zeuge am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg. Högel habe sich aber auch als „Rettungsrambo“ profiliert. „Er war bei Reanimationen immer einer der ersten und hat andere weggedrängt, die eigentlich zuständig waren“, sagte der pensionierte Pfleger. Junge und unerfahrene Ärzte seien jedoch auch froh gewesen, dass Högel bei Wiederbelebungen geholfen habe. Der ungeheuerliche Verdacht auf die mörderischen Absichten seines Kollegen seien nicht erkennbar gewesen.

Es war beruhigend, ihn auf der Station zu haben

Högels Kompetenz auf der Intensivstation bestätigte auch eine Ärztin, die 2002 im Delmenhorster Klinikum mit dem Krankenpfleger zusammen gearbeitet hatte. „Ich mochte ihn gern, er war laut, lustig und kompetent“, sagte die 45 Jahre alte Medizinerin. Es sei beruhigend gewesen, wenn Högel Dienst auf der Station hatte, weil er gut reanimieren konnte. An konkrete Verdachtsmomente, dass der Pfleger auch für die Zunahme von Todesfällen verantwortlich gewesen sein könnte, erinnerte sich die Zeugin nicht. „Gerede kam erst auf, als Högel nicht mehr an dem Krankenhaus arbeitete“, sagte sie.

Eine Krankenschwester erinnerte sich dagegen, dass Mitarbeiter nicht mehr mit Högel zusammen arbeiten wollten, nachdem sich Notfälle gehäuft hatten. „Die Kolleginnen hatten Angst und wollten nicht, dass er zu ihren Patienten aufs Zimmer geht“, sagte sie. Davon habe auch der Stationsleiter erfahren, der jedoch diese Hinweise nicht weiter verfolgt habe. Der Mann muss sich wegen Totschlags durch Unterlassen verantworten.

Mord an 100 Patienten

Die Staatsanwaltschaft hat den Ex-Krankenpfleger wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt. Sie wirft ihm vor, seine Opfer mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt zu haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den Mann bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen drei weitere Zeugen im Prozess gegen Patientenmörder Niels Högel bereits Verfahren wegen Meineids eingeleitet.

Von lni/RND

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