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Norderney: Inselrat will mit neuer Satzung knappen Wohnraum retten

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09:49 28.10.2019
Touristen baden am Weststrand von Norderney. Auf der ostfriesischen Insel soll eine neue Satzung dazu beitragen, den knappen bezahlbaren Wohnraum für Insulaner zu erhalten. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Norderney

Auf der ostfriesischen Insel Norderney soll eine neue Satzung dazu beitragen, den knappen bezahlbaren Wohnraum für Insulaner zu erhalten. Die Ratsmitglieder wollen dazu in der Sitzung am Montag (18 Uhr) ein strenges Regelwerk beschließen. Es soll verhindern, dass Wohnraum für gewerbliche oder berufliche Zwecke umgewandelt wird. Die Satzung sieht bei Verstößen Geldbußen bis zu 100.000 Euro vor. Im Kampf gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum hatte Lüneburg bereits im Juni als erste Stadt in Niedersachsen eine spezielle Satzung beschlossen. Damit soll die dauerhafte Umwandlung von Wohnungen in Ferienappartements verhindert werden.

Immobilienpreise steigen rasant

Während im Sommer massenhaft Touristen die Inseln füllen, stehen außerhalb der Ferienzeiten Geisterquartiere mit Urlauberwohnungen leer. Doch Eigenheime für die hier arbeitenden Menschen sind kaum noch zu finanzieren. Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, und auch bezahlbarer Miet-Wohnraum ist knapp. Damit bekommt die Infrastruktur der Inseln Probleme: Dort ist der Tourismus der Hauptwirtschaftsfaktor. Das setzt aber neben Gästebetten auch bezahlbaren Wohnraum für Arbeits- und Fachkräfte voraus.

So ist die Lage auf anderen ostfriesischen Inseln:

Baltrum: Auf der kleinsten ostfriesischen Insel gibt es eine spezielle Satzung, wonach die Aufteilung von Wohnraum (Bruchteilseigentum) genehmigt werden muss. Dies soll Investoren schon vor dem Kauf abschrecken: Es ist nun nicht mehr möglich, große Immobilien zu erwerben und diese dann in kleinen Einheiten weiter zu veräußern. Mit der Gründung einer Wohngenossenschaft will Baltrum zudem den gemeinsamen Erwerb von Immobilien erleichtern, damit sozial verträglich bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.

Borkum: Die größte ostfriesische Insel mit rund 5100 Einwohnern reguliert das Wohnungsproblem über eine strenge Ausrichtung des Bebauungsplans. Darin sind die Bereiche für Ferienwohnungen oder Dauerwohnraum genau festgelegt, neue Ferienwohnungen werden nicht mehr zugelassen.

Juist: Eine Zweckentfremdungssatzung ist auf Juist nicht geplant. Dafür sollen die Bebauungspläne so gestaltet werden, dass Wohnraum erhalten bleibt.

Spiekeroog: Eine Erhaltungssatzung und ein neuer Bebauungsplan regeln auf Spiekeroog, dass ein Abriss von bestehendem Dauer-Wohnraum ohne Ersatz nicht möglich ist. Auch Umbauten werden nur genehmigt, wenn vorhandener Dauerwohnraum erhalten bleibt.

Langeoog: Ein neuer Bebauungsplan auf Langeoog dienst ausschließlich dem Dauerwohnen und lässt Ferienwohnungen auch nicht ausnahmsweise zu. Dort sollen allein Mietwohnungen entstehen. In anderen Baugebieten ist Dauerwohnen und die Wohnsitznahme für den Eigentümer vorgeschrieben.

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Von RND/dpa

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