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Der Norden „Dann haben wir vielleicht gar keinen Strand mehr“
Nachrichten Der Norden

Sturm zerstört auf Wangerooge große Teile vom Badestrand

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16:13 11.02.2020
Die Wellen der Sturmflut haben die alte Strandmauer am Nord-Ostufer von Wangerooge freigelegt. Die Abbruchkante ist hier bis zu sechs Meter hoch. Quelle: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa
Wangerooge

Wangerooges Badestrand ist durch Sturmtief „Sabine“ stark beschädigt worden – und die Nordseeinsel erwarten weitere Sturmfluten. „In der Nacht wird die Grenze zur schweren Sturmflut erreicht, vielleicht liegen wir sogar drüber“, sagte am Dienstag ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das bedeute etwa für die Insel Norderney, dass das Wasser 2,01 Meter höher aufläuft als das mittlere Tidehochwasser. (Lesen Sie die aktuelle Entwicklung im Liveblog)

„Das wäre unser Super-GAU“

„Zwei Meter wären für uns der Super-GAU“, sagte Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos). Nachdem bereits Teile des Hauptstrands oder auch im Osten der Insel durch leichte Sturmfluten am Montag abgebrochen waren, befürchtete er, dass kein Sand übrig bleiben könnte. „Dann ist nur noch Kieswerk zu sehen.“ Nach einer Besichtigung zog der Bürgermeister am Dienstag eine erste Bilanz: „Bis jetzt sind 80 Prozent von dem, was wir letztes Jahr aufgeschüttet haben, weg.“

Die Schäden schätzte der Bürgermeister zunächst nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr, „aber es ist erst ein Tag vorüber und wir haben noch zwei.“ Wenn das Wetter drei Tage so anhalte, „dann werden wir vielleicht nachher gar keinen Strand mehr haben“, sagte Fangohr.

Die Wellen haben auch die Harlehörndüne im Westen der Insel stark weggespült. Hinter der Düne verläuft die Bahnlinie vom Fähranleger ins Dorf. Quelle: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Sandaufschüttungen kosten hunderttausende Euro

Nach Prognosen des NLWKN vom Dienstag könnte es bis zur Nacht auf Donnerstag Sturmfluten geben. Danach sollen Experten den Schaden auf Wangerooge und an anderen Küstenabschnitten begutachten.

In den vergangenen Jahren hatten Winterstürme immer wieder große Teile des Wangerooger Strandes zerstört. Für die Inselgemeinde sind die Folgekosten jedes Mal immens: Für mehrere Hunderttausend Euro wird im Frühjahr der Strand wieder aufgeschüttet. Dafür wird ein Großteil der Kurbeiträge eingesetzt.

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Von RND/lni/frs

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