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Der Norden Auf Wangerooge geht das Kleingeld aus
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1-, 2- und 5-Cent-Münzen: Auf Wangerooge geht das Kleingeld aus

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11:05 05.11.2019
„Ein Bündel Scheine wiegt genauso viel wie eine Rolle Cent-Münzen“: Kleine Münzen sollen auf Wangerooge nicht mehr ausgeliefert werden. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Hannover

Ein Fischbrötchen für 3,49 Euro, ein kühles Pils dazu – Urlauber auf der ostfriesischen Insel Wangerooge müssen sich bei der Bezahlung kleinerer Summen ab sofort umstellen. Auf der Insel dürfte das ganz kleine Kleingeld schon bald rar werden.

Die Volksbank Jever hat angekündigt, ab sofort keine Rollen mit 1-, 2-, und 5-Cent-Münzen mehr auf die Insel zu liefern. Geschäfte können sie ab sofort nicht mehr bestellen. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Die Urlaubssaison ist vorbei. Größere Gästezahlen werden erst wieder zum Jahreswechsel erwartet. Die Händler sollen so Zeit bekommen, sich umzugewöhnen.

Der Transport per Fähre ist zu teuer

Vom Fährhafen in Harlesiel wurden die Geldrollen auf die Insel verschifft. Quelle: Klaus Nowottn/dpa

Der Grund für den Schritt liegt bei Aufwand und Kosten: Der Transport der Rollen per Schiff auf die Insel ist wegen des Gewichts der kleinen Münzen sehr teuer. Kosten und Wert stehen nach Angaben der Volksbank in keinem Verhältnis. „Ein Bündel Scheine wiegt genauso viel wie eine Rolle Cent-Münzen“, sagte Volksbank-Vorstand Martin Schadewald der „Nordwest-Zeitung“. Der Genossenschaftsbank gehe es darum, ihre Kosten und die der Händler auf der Insel zu reduzieren. Die Händler wurden über die Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs informiert, und auf der Insel wurde ein weiterer Geldautomat aufgestellt – dort gibt es aber nur Papiergeld.

Weitere Banken gibt es nicht

Neben der Volksbank Jever gibt es keine weitere Bank mit einer Filiale auf der Insel und folglich niemanden, der Geschäfte und Kaufleute mit Kleingeld versorgen könnte. Für Händler und Kunden bedeutet das, sie müssen sich umstellen: Entweder akzeptieren die Händler auch bei kleineren Beträgen bargeldlose Zahlungsmittel wie Giro- und Kreditkarten oder Bezahldienste wie Apple- oder Google Pay.

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Oder sie müssen Preise auf- und abrunden – das ist auch die Empfehlung der Volksbank und von Inselbürgermeister Marcel Fangohr. Sie verweisen auf Beispiele in anderen Ländern. In den Niederlanden, Finnland und Italien würden Geschäfte schon häufig auf 1- und 2-Cent-Münzen verzichten und die Beträge runden. Auch wenn die Händler in diesen Ländern nach Angaben der EU-Kommission weiterhin kleine Münzen akzeptieren müssen, gelten sie dort längst als Auslaufmodell.

Bundesbank hält am Hartgeld fest

Auch Bundesregierung und Bundesbank halten am Hartgeld fest – obwohl beim Kleingeld die Kosten für Herstellung und Verwaltung teils höher liegen als ihr Nennwert. Dennoch hat sich hierzulande das Runden bisher nicht so recht durchgesetzt, auch wenn einzelne Versuche unternommen wurden.

Im nordrhein-westfälischen Kleve etwa gab es im Jahr 2016 den Plan, das kleine Rotgeld abzuschaffen. Doch der Versuch scheiterte. Viele überregionalen Firmen schlossen sich dem Projekt gar nicht erst an, und auch für die örtlichen Händler blieben positive Effekte wie eine Reduzierung des Bargeldes in der Kasse aus. Anfang 2017 wurde der Plan endgültig beerdigt.

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