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Der Norden Abgeschobene Salame muss weiter auf Rückkehr warten
Nachrichten Der Norden Abgeschobene Salame muss weiter auf Rückkehr warten
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08:03 04.01.2013
Ahmed Siala muss noch immer auf die Rückkehr seiner Frau Gazale Salame warten – die Wiedereinreise der abgeschobenen Mutter nach Deutschland verzögert sich. Quelle: dpa
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Hildesheim

Die Rückkehr der vor knapp acht Jahren in die Türkei abgeschobenen Gazale Salame verzögert sich weiter. Hintergrund sei, dass der türkische Pass für die älteste Tochter noch immer nicht ausgestellt ist, sagte der Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Niedersachsen, Kai Weber, der dpa. Mit Hilfe des Passes kann die 15-Jährige Dank guter Schulleistungen eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten, die es ihrer Mutter und den beiden jüngsten Geschwistern ermöglicht, Visa zu beantragen.

Die schwangere Gazale Salame war am 10. Februar 2005 gemeinsam mit ihrer damals einjährigen Tochter abgeschoben worden, während der Vater die beiden älteren Töchter in die Schule brachte. Die Begründung war, dass ihre Eltern bei der Einreise in Deutschland 17 Jahre zuvor falsche Angaben gemacht hatten. Der Fall hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Im Dezember machte der niedersächsische Landtag mit den Stimmen aller Fraktionen den Weg für Salames Rückkehr frei.

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Zunächst hieß es, die vierfache Mutter könne bereits zu Weihnachten wieder in Niedersachsen sein, dann war von Januar die Rede. „Ich lege mich nicht mehr auf einen Termin fest“, sagte Weber. Er gehe davon aus, dass der Landkreis Hildesheim zügig die zunächst befristete Aufenthaltsgenehmigung für die 15-jährige Tochter ausstellen wird. Die Landesregierung werde dann bei den Visaverfahren helfen, die sich sonst oft über Wochen und Monaten hinziehen könnten.

Salame lebt mit ihrer heute neunjährigen Tochter und dem sieben Jahre alten Sohn in einem Armenviertel im westtürkischen Izmir. Der Sohn hat seinen Vater und die beiden 13 und 15 Jahre alten Schwestern noch nie gesehen. Die Hälfte der Familie hätte wegen ihres unsicheren Aufenthaltstatusses nach einem Besuch in der Türkei möglicherweise nicht wieder in Deutschland einreisen können.

Ein Unterstützerkreis der Abgeschobenen erklärte sich bereit, ein Jahr lang für Salames Lebensunterhalt in Deutschland aufzukommen. In dieser Zeit soll die durch die Trennung psychisch beeinträchtigte Frau eine Arbeit finden. „Sie ist sehr aufgeregt und hat Angst, dass noch etwas schiefläuft“, berichtete Weber. „Auch in der Vergangenheit hat es immer wieder Situationen gegeben, dass wir kurz vor einer Lösung standen.“

dpa

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