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Der Norden Erneut Amok-Drohung gegen Schule in Hameln
Nachrichten Der Norden Erneut Amok-Drohung gegen Schule in Hameln
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15:41 12.01.2016
Quelle: Behmann
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Hameln

Erneut ist in Hameln Amok-Alarm ausgelöst worden – das Drohschreiben ging am Dienstagmorgen kurz nach 7 Uhr im Sekretariat der Eugen-Reintjes-Schule an der Breslauer Allee (gewerblich-technische Berufsschule des Landkreises Hameln-Pyrmont) ein. Umgehend wurde Schulleiter Johannes Stolle, der sich schon im Haus befand, informiert und die Polizei hinzugezogen.

Schulleitung und Sicherheitsbehörde hätten gemeinsam beschlossen, die 850 Schüler vorsichtshalber nicht ins Gebäude zu lassen, sagt Stolle. „Man muss in einer solchen Situation auf Nummer sicher gehen. Die Sicherheit von Menschen steht an erster Stelle.“

Noch vor Beginn des Unterrichts wurden sämtliche Zugänge abgeriegelt. Die Polizei zog alle verfügbaren Kräfte zusammen, umstellte den Gebäudekomplex und setzte Spürhunde ein. In der Berufsschule waren auch Polizeibeamte mit Maschinenpistolen zu sehen.

Um 12 Uhr wurden die umfangreichen Durchsuchungsmaßnahmen beendet. Man habe weder verdächtige Personen noch gefährliche Gegenstände entdeckt, hieß es. Gegen den bislang unbekannten Verfasser der Amok-Ankündigung werde wegen eines Straftatbestandes (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten) ermittelt. „Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor“, sagt Oberkommissar Jens Petersen. „Neben den strafrechtlichen Konsequenzen muss der Verursacher damit rechnen, dass er für die erheblichen Einsatzkosten aufkommen muss.“

Für Schulleiter Stolle ist es „bedauerlich und schade, dass so etwas passiert ist“. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, seien leider unumgänglich gewesen. „Es tut mir leid für die Jugendlichen, die konkrete Ziele verfolgen und durch eine solche Straftat nicht ihre Prüfungen ablegen konnten. Es tut mir auch leid, für die Menschen, die mit einer gewissen Angst die Schule betreten haben.“ Am Dienstag sollte eine Handwerksprüfung stattfinden. 20 Jugendliche hatten sich lange darauf vorbereitet.

Für Kreisrätin Petra Broistedt sind „Amok-Drohungen kein Spaß“. Solche Taten würden Lehrkräfte und Schüler verunsichern, hohe Kosten verursachen und Einsatzkräfte binden. „Die Sicherheit an unseren Schulen hat für uns oberste Priorität. Der Landkreis nimmt deshalb jede Drohung ernst. Wir zögern nicht, die Kosten an den Verursacher weiterzuleiten. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein.“

Erst am Freitag hatte es eine Amok-Drohung gegen die Handelslehranstalt geben. Dort waren mehr als 1500 Schüler betroffen.

Von Ulrich Behmann/DEWEZET

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