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Der Norden Anklage gegen Ex-Polizeichef von Wolfsburg
Nachrichten Der Norden Anklage gegen Ex-Polizeichef von Wolfsburg
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21:44 21.09.2017
Quelle: Symbolbild
Wolfsburg/Hannover

Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen schlägt die Wolfsburger Polizeiaffäre neue Wellen: Gegen den ehemaligen Leiter der Inspektion, Hans-Ulrich Podehl, ist Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit. Die Vorgänge hatten vor einem Jahr für Unruhe bis in die höchsten Spitzen des Innenministeriums gesorgt.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem ehemaligen Polizeichef vor, einer ihm unterstellten Beamtin eine Stelle bei der Wolfsburger Polizeiinspektion angeboten zu haben, „sofern die Beamtin sich ihm gegenüber auf privater Ebene erkenntlich zeigen würde“, heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Nach HAZ-Informationen soll der Chef sexuelle Gefälligkeiten gefordert haben.

Polizeichef bestreitet Vorwurf

Podehl wehrt sich. Er bestreite weiterhin mit allem Nachdruck den gegen ihn in der Anklage erhobenen Vorwurf, ließ der 61-Jährige gestern über seinen Anwalt erklären. Er wolle nun die Entscheidung des Landgerichts Braunschweig über die Eröffnung oder Nicht-Eröffnung des Verfahrens abwarten.

Mit der Anklage bekommt die Polizeiaffäre neue Brisanz, nachdem sie für die Behörde und das Innenministerium bereits ausgestanden zu sein schien. Begonnen hatte alles im Juli 2016, als Podehl plötzlich seinen Posten als Wolfsburger Inspektionschef räumen musste. Er wurde versetzt, nachdem bekannt geworden war, dass er seiner 25 Jahre jüngeren Kripo-Chefin nachgestellt haben soll.

Die Affäre brachte auch den Braunschweiger Polizeipräsidenten Michael Pientka in Bedrängnis: Die Kripo-Chefin hatte ihm bereits sechs Wochen vorher von den Avancen ihres Vorgesetzten berichtet und um eine Versetzung gebeten. Pientka hatte daraufhin die Versetzung genehmigt, war den Vorwürfen gegen Podehl aber nicht nachgegangen und hatte kein Disziplinarverfahren eingeleitet. Pikanterweise stand Podehl zu dieser Zeit kurz vor einer Beförderung, für die er eine positive Beurteilung von Pientka brauchte - die dieser tatsächlich auch schrieb. Den gesamten Vorgang bezeichneten Pientka und auch Innenminister Boris Pistorius später als Fehler.

Affäre beschäftigte Minister

Dennoch hielt der Minister den Polizeipräsidenten im Amt - wofür er von der Opposition im Landtag massiv kritisiert wurde. Pistorius erklärte sein Vorgehen damit, dass er sich um eine neue Fehlerkultur in der Polizei bemühe. „Leider erleben wir viel zu selten, dass in Organisationsstrukturen Mitarbeiter, aber auch Vorgesetzte offen zu ihren Fehlern stehen“, so Pistorius. Er habe den Eindruck, dass Pientka seinen Fehler ehrlich bereue.

Heiko Randermann und Ulrich Franke

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