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Der Norden Anklage im Mordfall Lena in Kürze
Nachrichten Der Norden Anklage im Mordfall Lena in Kürze
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18:54 26.07.2012
Von Karl Doeleke
Der Mord an der elfjährigen Lena erschütterte im März die Bewohner der Stadt Emden. Quelle: dpa
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Hannover/Aurich

Nach dem gewaltsamen Tod der kleinen Lena aus Emden wird der 18 Jahre alte Tatverdächtige in Kürze wegen Mordes angeklagt. „Die Anklageerhebung steht unmittelbar bevor“, sagte am Dienstag der Auricher Oberstaatsanwalt Klaus Visser auf Anfrage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Zum konkreten Vorwurf wollte sich Visser nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft dürfte dem 18-Jährigen aber vorhalten, das damals elfjährige Mädchen Ende März ermordet zu haben, da das Amtsgericht den 18-Jährigen auch wegen Mordes in Untersuchungshaft genommen hat. Er soll Lena in einem Parkhaus in der Emder Innenstadt zunächst missbraucht und dann getötet haben. Sollte der junge Mann nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Noch nicht beendet sind die Ermittlungen gegen den Leiter der Kinder- undJugendpsychiatrie im emsländischen Aschendorf. „Die Ermittlungen gegen den Arzt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung dauern an“, erklärte Visser. In Aschendorf war der mutmaßliche Täter wegen seiner pädophilen Neigung in Behandlung, bis er kurz vor der Tat entlassen wurde. Kaum in Freiheit, soll der 18-Jährige zunächst versucht haben, in Emden eine Joggerin zu vergewaltigen. Einige Wochen später wurde die kleine Lena getötet. Sollte die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis kommen, der 18-Jährige hätte nicht entlassen werden dürfen, könnte eine solche Sorgfaltspflichtverletzung des Arztes eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung nach sich ziehen.

Auch die Ermittlungen gegen zwei Polizeibeamte der Inspektion Aurich dauern noch an. Ihnen wird vorgeworfen, einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des späteren mutmaßlichen Täters über Monate nicht vollstreckt zu haben.

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Im Fall der in Emden ermordeten Lena gerät die Jugendpsychiatrie in Aschendorf ins Visier der Staatsanwaltschaft. In der Einrichtung war der 18-Jährige, der später zum mutmaßlichen Täter wurde, therapiert. Vielleicht wurde er zu früh entlassen.

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