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Der Norden Atomgegner blockierten 100 Tage in einem Jahr
Nachrichten Der Norden Atomgegner blockierten 100 Tage in einem Jahr
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08:26 09.08.2012
Im vergangenen April blockierten gleich hunderte Atomkraftgegner das Erkundungsbergwerk in Gorleben. Quelle: Archivfoto: dpa
Gorleben

Sitzend, singend, meditierend, angekettet, heiratend: Mit teilweise sehr fantasievollen Aktionen haben Atomkraftgegner in den vergangenen zwölf Monaten nach eigenen Angaben an 100 Tagen die Zufahrten des Erkundungsbergwerks in Gorleben blockiert. „Alles in allem war das ein erfolgreiches Blockadejahr“, sagte Katja Tempel, Sprecherin der Kampagne „Gorleben 365“, der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Insgesamt hätten sich 1500 Blockierer aus dem gesamten Bundesgebiet an der im August 2011 gestarteten Aktion beteiligt.

Obwohl es in der Zeit laut Polizei zu rund 50 Räumungen gekommen ist, fällt auch deren Fazit insgesamt positiv aus. „Grundsätzlich war das alles bis auf ein paar Ausnahmen sehr friedlich“, sagte eine Sprecherin der Polizei Lüneburg. Nur vereinzelt hätten Platzverweise ausgesprochen werden müssen. Generell habe die Polizei ihre Präsenz rund um das Erkundungsbergwerk im vergangenen Jahr zwar erhöhen müssen, im Vergleich zu den Jahren davor habe es aber keine große Steigerung an Aktionen gegeben. „Die Proteste sind jetzt nur etwas besser organisiert.“

Mit rund 300 Blockierern seien bei der Auftaktveranstaltung zu „Gorleben 365“ die meisten Teilnehmer gewesen, sagte Tempel. Im Gegensatz dazu stehe eine 24-stündige Meditationsblockade von zwei Kernkraftgegnern. „Uns war von Anfang klar, dass wir keine Blockade an allen 365 Tagen schaffen.“ Durch Aktionen wie die zwölftägige Blockade zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten seien aber auch viele Unterstützer aus ganz Deutschland angesprochen worden. Mindestens vier Blockierer werden den Protest vermutlich ihr Leben lang nicht vergessen: Zwei Paare nutzten die Blockade und heirateten vor den Zugangstoren - mit Trauzeugen und Polizei.

Entgegen der ursprünglichen Planung will die Kampagne ihren Dauerprotest auch im kommenden Jahr fortsetzen. „Wenn die Bundesregierung den Hauptbetriebsplan in Gorleben verlängert, dann verlängern wir auch unsere Blockade-Kampagne vor den Toren des Erkundungsbergwerks in Gorleben“, betonte Tempel. „Notfalls läuft auch diese Nachfolgekampagne nicht nur ein Jahr, sondern so lange, bis Gorleben endlich vom Tisch ist.“

Am kommenden Sonntag wollen die Atomgegner den ersten Jahrestag von „Gorleben 365“ mit einer 24-Stunden-Blockade feiern. Ab 12.00 Uhr werden dazu neben zahlreichen Blockadegruppen auch Mitglieder anderer Initiativen vor dem Erkundungsbergwerk erwartet. „Dazu sind natürlich auch Politiker aller Parteien willkommen“, sagte Tempel. Politische Kundgebungen solle es aber nicht geben. „Wir wollen uns nicht für Fototermine von Politikern her geben.“

dpa

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