Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Atomtransport trifft nach Protesten in Grohnde ein
Nachrichten Der Norden Atomtransport trifft nach Protesten in Grohnde ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:22 24.09.2012
Der Atomtransport ins AKW ist ohne größere Zwischenfälle beendet worden. Quelle: dpa
Anzeige
Nordenham

Begleitet von Protesten hat ein umstrittener Atomtransport das Kernkraftwerk Grohnde erreicht. In der Nacht zu Montag erreichten die mit acht Brennstäben beladenen Spezial-Lastwagen ihr Ziel. Ein Schiff hatte die plutoniumhaltigen Brennelemente aus dem britischen Sellafield am Sonntag nach Nordenham gebracht. Rund 1300 Polizisten waren im Einsatz, um den Transport über Wasser und an Land zu schützen.

Bis Ende des Jahres ist noch ein zweiter Transport aus Sellafield mit acht Brennelementen zum Eon-Kraftwerk in Grohnde geplant. Eine Sprecherin des Energieversorgers sagte in der vergangenen Woche, dass dieser im November erwartet wird. Plutoniumhaltige Brennstäbe sind nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministerium seit Ende der 80er Jahre nicht mehr über niedersächsische Häfen umgeschlagen worden.

Anzeige

Atomkraftgegner demonstrierten am Wochenende im Hafen von Nordenham und vor dem Atommeiler in Grohnde bei Hameln gegen den Transport der in Sellafield wiederaufbereiteten Brennstäbe. Die Polizeidirektion in Oldenburg, die den Einsatz koordinierte, sprach von weitgehend friedlichen Aktionen. Acht Menschen kamen vorrübergehend in Gewahrsam.

Von den aus Atommüll gewonnenen Mischoxid-Brennstäben (MOX) geht nach Ansicht von Umweltschützern ein unkalkulierbares Risiko aus, weil sie stärker strahlten und ihre Temperatur schlechter zu regulieren sei. In der vergangenen Woche hatte die „Atlantic Osprey“ Großbritannien mit der gefährlichen Fracht verlassen. Seither waren Polizei und Atomkraftgegner in Alarmbereitschaft.

Bereits an der Wesermündung versuchten Greenpeace-Mitglieder, von Schlauchbooten aus auf das Schiff zu klettern. Das konnte die Wasserschutzpolizei jedoch verhindern. In Nordenham umkreiste die Umweltschutzorganisation die „Atlantic Osprey“ erneut mit Booten, um den Frachter nach Angaben der Polizei am Anlegen zu hindern. Gegen acht in Gewahrsam genommene Demonstranten wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

An Land blieb es bei den Demonstrationen in Nordenham und dem Emmerthaler Ortsteil Grohnde ruhig. Seit Freitag hatten sich Gegner vor dem Atomkraftwerk zu einer Mahnwache versammelt. Sie blockierten eine Zufahrt mit einem mehrere Meter hohen Holzgestell, an dem sich eine Frau festkettete. Die Lastwagen konnte sie dadurch aber nicht stoppen. „Der Transport ist eine andere Strecke gefahren“, sagte ein Polizeisprecher.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Mehr zum Thema
Der Norden Abdichtung und Verfüllung vorgeschlagen - Experte: Bergung von Atommüll ist „Mission Impossible“

Das Bundesumweltministerium streitet mit seinem eigenen Berater über die Zukunft des Atommülls in der Asse bei Wolfenbüttel. Michael Sailer, Vorsitzender der Entsorgungskommission des Bundes, hält die Rückholung der 126.000 Fässer für eine „Mission impossible“, eine unmögliche Mission.

Saskia Döhner 23.09.2012
Der Norden Frachter mit Kernbrennstäben - Atomtransporter legt in Nordenham an

Der mit plutoniumhaltigen Kernbrennstäben beladene Frachter hat am Sonntagnachmittag in Nordenham angelegt. Er war sofort von zwölf Schlauchbooten der Umweltschutzorganisation Greenpeace umgeben, sagte eine Sprecherin der Organisation.

23.09.2012

Ein Ende des Atomtransports nach Nordenham ist noch nicht in Sicht. Am Sonnabend war der Frachter mit den Brennstäben noch unterwegs. Atomkraftgegner wollen sich am Sonntag zu Protesten versammeln.

22.09.2012
Karl Doeleke 26.09.2012
Der Norden Abdichtung und Verfüllung vorgeschlagen - Experte: Bergung von Atommüll ist „Mission Impossible“
Saskia Döhner 23.09.2012
Der Norden Protest gegen Brennstäbe-Einsatz - Atomtransport erreicht Grohnde am Montag
23.09.2012