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Der Norden Hier fährt die letzte Pferdebahn in Norddeutschland
Nachrichten Der Norden Hier fährt die letzte Pferdebahn in Norddeutschland
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11:48 03.08.2017
Die Spiekerooger Pferdebahn ist bei den Urlaubern sehr beliebt. Quelle: dpa/Ingo Wagner
Spiekeroog

Die Fahrt ist langsam und rumpelig, ab und zu bleibt der Wagen stehen, und das Abteil ist zugig. Doch kein Passagier beschwert sich über diese Bahnverbindung - im Gegenteil: „Einfach nur schön“, freut sich die Urlauberin Kerstin Arndt aus Hannover. Mit Sohn Marius genießt sie die Entschleunigung in der Museums-Pferdebahn, die gemächlich über die Nordseeinsel Spiekeroog zuckelt. Es ist die einzige fahrplanmäßige Eisenbahn in Deutschland, die noch von einem Pferd gezogen wird. Das dauert nur knappe 15 Minuten, denn die Strecke ist gerade mal 1,3 Kilometer lang.

„Genießen Sie eines der letzten romantischen Verkehrsmittel unserer Zeit“, wirbt die Insel ohne Auto- und Flugverkehr mit ihrer Attraktion und erinnert an eine lange Geschichte: 1885 wird die Schienenverbindung von der Dorfmitte zum damaligen Herrenbadestrand im Inselwesten eröffnet. Frauen mussten unterwegs schon früher aussteigen, um zu Fuß den von den Männern getrennten Damenbadestrand zu erreichen. Die Pferdebahn holt Urlauber vom Schiff im alten Bahnhof und sogar Badegäste ab, die in den 1930er Jahren mit einem Passagierflugzeug landen.

Tamme heißt das Pferd, das die letzte fahrplanmäßige Pferdebahn in Deutschland zieht. Auf der Nordseeinsel Spiekeroog pendelt die Bahn zwischen Dorf und Weststrand.

Der 1-PS-Betrieb endet zunächst 1949 mit der Umstellung auf Dieselloks. Doch als die Diesel-Zeit 1981 abläuft, lebt die Pferdebahn auf einem kleinen Streckenabschnitt vom Dorf zum Weststrand wieder auf. Im Nachbau mit Originalteilen eines historischen offenen Sommerpferdewagens gibt es 16 Sitz- und bis zu 6 Stehplätze. Von April bis Oktober geht die Bahnsaison auf Spiekeroog, bei Sturm und Starkregen werden Fahrten gestrichen.

Christian Roll hat einige Kapitel der Bahn-Historie selbst erlebt. Sein Vater, Eisenbahnfan aus Karlsruhe, setzt sich in den 80er Jahren erfolgreich für die Rettung der Pferdebahn ein. „Dieses Werk will ich fortsetzen“, sagt Roll, der seit 2014 als Pächter den Betrieb aufrechterhält. Der gelernte Schauspieler und Gastronom ist eigentlich das quirlige Großstadtleben in Berlin gewohnt. Inzwischen hat er einen Fahrkurs absolviert und kennt sich mit Zaumzeug, Pferdepflege und -haltung gut aus.

Entschleunigung im Pferdetempo

„Es gibt immer was zu tun“, sagt Roll während er den Wallach „Tamme“ für die Kutschfahrt vorbereitet. Tamme steht friesisch für den Namen Tommy und ist ein Tinker: „Das sind kräftige Arbeitspferde, die früher von fahrenden Kesselflickern genutzt und als preiswert und kinderlieb geschätzt wurden“, erzählt Roll unterwegs den Passagieren. Diese bekommen auch etwas Nachhilfe in Sachen Naturschutz, als ein Fasan mit Jungen die Schienen kreuzt und die Eisenbahn kurz stoppt.

Nach gemächlichem Schritttempo auf dem Hinweg verfällt Tamme in flotten Trab, als es wieder zurück in Richtung Inselbahnhof am Dorfrand geht. Doch plötzlich wird das Pferd langsamer. „Er muss mal äppeln, das geht nicht im Trab“, erklärt Roll. Für Kinder kann die Fahrt eh nicht lang genug dauern: Entschleunigung im Pferdetempo wirkt nicht nur bei Erwachsenen.

dpa/Hans-Christian Wöste

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