Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Lehrer-Protest verschärft sich
Nachrichten Der Norden Lehrer-Protest verschärft sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 03.11.2013
Mit einem Klassenfahrt-Boykott wehren sich Niedersachsens Lehrer gegen Mehrarbeit. Der Landesschülerrat kritisiert das Verhalten. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Die Proteste gegen die geplante Mehrarbeit der Lehrer an Niedersachsens Gymnasien weiten sich aus. Inzwischen hätten die Personalräte von mindestens 15 Schulen die Streichung von Klassenfahrten und anderen freiwilligen Zusatzarbeiten beschlossen, sagte der Vorsitzende des niedersächsischen Philologenverbandes, Horst Audritz, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Vielerorts werde ein Boykott von Klassenfahrten diskutiert. Nach einem Kabinettsbeschluss sollen die Gymnasiallehrer vom Schuljahr 2014/15 an eine Stunde mehr pro Woche unterrichten, außerdem soll die versprochene Altersermäßigung gestrichen werden.

Mit Spruchbändern und Trillerpfeifen demonstrieren Lehrer derzeit in der Innenstadt gegen die neuen Pläne der Landesregierung. Im Vorfeld waren 5000 Lehrer für die Demo am Donnerstagnachmittag erwartet worden.

„Wir organisieren keinen Boykott. Die Bewegung kommt aus den Schulen selbst“, betonte Audritz. Bisher beteiligen sich vor allem Gymnasien im Großraum Hannover und Hameln daran, aber auch die KGS Rastede im Landkreis Ammerland. Der Philologenverband sowie die Lehrergewerkschaft GEW forderten die Landesregierung auf, die angekündigte Mehrarbeit zurückzunehmen. Demnächst soll eine von mehr als 11.600 Menschen unterzeichnete online-Petition der KGS Rastede Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) überreicht werden. Niedersachsens GEW-Chef Eberhard Brandt sagte: „Die Wut und die Enttäuschung in den Kollegien hat sich gesteigert. Ich kann gut verstehen, dass ein Zeichen gesetzt wird.“

Der Landesschülerrat (LSR) lehnt den Klassenfahrten-Boykott ab. „Es ist ein politischer Streit, und der muss auf politischer Ebene geführt werden“, sagte der LSR-Vorsitzende Keven Knipping. „Der Streit darf nicht zulasten der Schüler gehen. Sie werden ein Stück weit instrumentalisiert.“

Heiligenstadt hatte die geplanten Kürzungen als „vertretbar und verkraftbar“ verteidigt. Die Landesregierung plant, mit der Mehrbelastung der Lehrer jährlich rund 80 Millionen Euro zu sparen, die dann im Kultusetat an anderer Stelle ausgegeben werden. Bis 2017 sollen zusätzlich rund 420 Millionen Euro in den Kultusbereich fließen.

Theaterinszenierungen, Weihnachtsfeiern oder Sportfeste stehen nun an vielen Schulen zur Disposition. Eltern bedauern dies. „Wir hätten uns bei allem Verständnis für die Wut der Lehrer einen anderen Weg des Protests gewünscht“, sagte Petra Wiedenroth, Geschäftsführerin des Verbands der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens.

Bei der Herbsttagung des Verbands in Hannover an diesem Samstag sollte auch über die Arbeitsbelastung der Lehrer diskutiert werden. „Unter der neuen Landesregierung haben sich die Bedingungen an den Gymnasien verschlechtert“, meint Wiedenroth. „Wir haben zum Beispiel deutlich weniger Lehrer zugewiesen bekommen.“ Die Ministerin sieht im Gegensatz zu der Elternvertreterin den Bestand der niedersächsischen Gymnasien trotz steigender Schülerzahlen an Gesamtschulen keinesfalls gefährdet.

dpa/sag

Der Norden Überfall in Bodenwerder - Geldboten vor Sparkasse ausgeraubt

Drei maskierte Täter haben am Freitagabend in Bodenwerder zwei Geldboten vor der dortigen Sparkassenfiliale überfallen. Die Männer sind unerkannt geflüchtet.

02.11.2013
Der Norden Parteiübergreifender Kandidat erwünscht - Kiel sucht Gaschke-Nachfolger

Wer beerbt Kiels zurückgetretene Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke? Gesucht wird nach parteiübergreifenden Kandidaten. CDU und SPD wollen nach der Affäre um den rechtswidrigen Steuerdeal mit einem Augenarzt nun eine Persönlichkeit mit Verwaltungserfahrung.

02.11.2013

Die Situation der „Lampedusa-Flüchtlinge“ beschäftigt seit Wochen Polizei, Politik und Gesellschaft in Hamburg. Kaum ein Wochenende vergeht ohne Solidaritätsbekundungen – so auch diesmal.

02.11.2013