Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Brandenburger Tor geht nach Hamburg
Nachrichten Der Norden Brandenburger Tor geht nach Hamburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:50 21.03.2016
Unternehmer Albert Darboven hatten das Kunstwerk erworben und damit die Weihnachtshilfe unterstützt. Quelle: Surrey
Anzeige
Hannover

Diese Tor-Tour wurde schnell zur Tortur. Im Dezember sicherten sich 45 Schmiede der Vereinigung Nordhuf einen Weltrekord in Hannover. Aus insgesamt 11.017 Hufeisen schmiedeten und schweißten sie innerhalb von nur vier Tagen und Nächten eine 9 Meter breite und 8 Meter hohe Nachbildung des Brandenburger Tors. Die Schmiede halfen mit der ungewöhnlichen Aktion Menschen in Not vor Ort, denn sie gaben die Einnahmen aus dem Tor an soziale Projekte wie die HAZ-Weihnachtshilfe weiter. Stolz übergaben sie der HAZ-Spendenaktion 12 .500 Euro.

Für die HAZ-Weihnachtshilfe haben Schmiede das Brandenburger Tor aus Hufeisen nachgebaut - und stellten damit einen Weltrekord auf. Nun steht das Kunstwerk aus 11.017 Hufeisen in Hamburg.

Am vergangenen Wochenende bauten die Schmiede das Tor bei dessen Käufer aus Hamburg auf. Der renommierte Kaffeeunternehmer Albert Darboven hatte sich das Hufeisenkunstwerk gesichert und wartete mit etlichen Kaffeekannen auf die Hufschmiede. Das Tor selbst wurde schon im Dezember mit einem Schwertransport von Hannover nach Hamburg gebracht. Beim Unternehmen Blohm + Voss bekamen die einzelnen Hufeisen eine Rostschutzschicht, die Quadriga zusätzlich einen von Darboven gewünschten lindgrünen Anstrich. „Schon damals war es ein Kraftakt, die einzelnen Torteile in den Schwertransporter zu schaffen“, erinnert sich Hufschmied Jochen Lahmann. Der Aufbau am Wochenende fiel nun noch etwas härter aus. Bei fast winterlichen Temperaturen brauchten die Schmiede um Torsten Becker und Elmar van Heeck fast zweieinhalb Tage für den Toraufbau. Darboven selbst half, wo er konnte. Der Chauffeur des 79-Jährigen bediente den Lastenaufzug. Man packte gemeinsam an und verschob die Zeitplan nur um einen halben Tag. Als das Tor endlich stand, verlangsamten vorbeifahrende Autos ihr Tempo, immer wieder blieben Motorradfahrer staunend stehen. „Es ist schon ein beeindruckender Anblick“, sagt Lahmann.

Anzeige

Darboven freut sich sehr über das neueste Kunstwerk auf dem Gelände in Hamburg-Rissen. Für ihn ist es schon die zweite Hufeisen-Statue. Er hatte sich 2010 schon den Hamburger Michel gesichert. Die Schmiede verbauten dafür 2749 Hufeisen und erreichten eine Höhe von 6,60 Meter. Am Montag feierte der Unternehmer das 150-jährige Bestehen seines Kaffeekonzerns. Zum Dank für das neue Tor möchte Darboven alle beteiligten Schmiede und Sponsoren Ende Mai zu sich zu einer Dankesfeier einladen. Dann soll es nicht nur Kaffee geben.

Von Jan Sedelies

24.03.2016
Gabriele Schulte 24.03.2016