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Der Norden Brandwunden auf Vogelinsel verheilt
Nachrichten Der Norden Brandwunden auf Vogelinsel verheilt
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12:00 29.06.2014
Munitionsfunde auf der Vogelschutzinsel Mellum bereiten Umweltschützern Sorge. Quelle: dpa
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Mellum

Fünf Jahre nach dem großen Feuer hat sich die Vogelinsel Mellum im Watt zwischen Weser und Jade weitgehend erholt. Im Juni 2009 waren große Teile der 450 Hektar großen Insel mit rund 1000 Nestern von Brutvögeln verbrannt. „Das war zwar schlimm mitten zur Brutzeit, aber der Schaden war nicht nachhaltig“, sagte Mathias Heckroth von der Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat e.V.. Inzwischen seien die Schäden für Laien nicht mehr zu erkennen. Sorgen bereiten den Naturschützern die ständigen Munitionsfunde. „Das ist eine tickende Zeitbombe“, sagte Heckroth. Allein 2013 wurden 160 Kilogramm Kampfmittel gefunden.

62 frei gespülte Granaten, 32 Zünder und andere Munitionsteile aus deutscher und alliierter Produktion sowie 400 Gramm Sprengstoff hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen im vergangenen Jahr auf Mellum geborgen und entsorgt. Die Munition ist eine Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges, als eine Flakstellung auf der Insel eingerichtet war. Die Fundstellen werden von den Naturschutzwarten des Mellumrates markiert und den Behörden gemeldet.

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Experten warnen seit Jahren vor Munitionsaltlasten an Nord- und Ostsee. Viele Explosivstoffe wurden bei und nach Kriegsende mehr oder weniger küstenfern entsorgt. Die gefährlichen Waffenreste halten sich jedoch nicht an die Grenzen der in den Seekarten eingetragenen Verklappungsgebiete und wandern mit den Strömungen hin und her. Für Offshore-Projekte wie Meereswindparks oder Pipelines bedeutet dies ein unkalkulierbares Risiko. Zuletzt hatte dies bei der Seekabelverbindung des Offshore-Windparks Riffgat für Schlagzeilen gesorgt. Die Munitionsräumung in dem betroffenen Seegebiet kostete viel Zeit und Geld.

Im Vogelparadies Mellum wird eine weitere Schattenseite der Zivilisation sichtbar: Mitarbeiter sammeln dort systematisch den angespülten Müll und sortieren ihn nach Art und Umfang. Rund 80.000 Müllteile wurden seit 1991 erfasst - die bisher längste Beobachtung dieser Art im Nationalpark.

Bis zu 75 Prozent des Mülls besteht nach Untersuchungen des Mellumrates aus Kunststoffen, die für Natur und Umwelt gefährlich sind: Tiere verfangen sich in Netzen oder verenden nach dem Fraß von Plastik. Verheerende Folgen haben auch Plastikreste, die durch mechanische Kräfte und UV-Strahlung immer weiter zerkleinert werden. Die Auswirkungen von Mikroplastik sind zwar unsichtbar, aber schädlich für Meereslebewesen. Wissenschaftler sehen auch langfristig die Gefahr von Schäden für das Hormonsystem von Menschen, die durch den Verzehr von Meerestieren eben mehr Schadstoffe aufnehmen.

dpa

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