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Der Norden Bürgermeister leistet sich peinliche Porno-Panne
Nachrichten Der Norden Bürgermeister leistet sich peinliche Porno-Panne
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20:40 19.02.2016
Schaute sich Porno-Seiten an – angeblich, um sich zu informieren: Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (Archivbild von 2009). Den Beweis lieferte er selbst: auf Facebook. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
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Quickborn

Köppl macht gerade Winterurlaub in den italienischen Alpen. Trotzdem wollte er sich an einer Debatte in seiner Heimat über die AfD beteiligen. Auf der Facebook-Seite "Quickborn – Meine Stadt" warf er der Partei vor, dass sie nicht mehr "auf dem Fundament unseres Grundgesetzes" stehe. Zum Beweis rief er den Wikipedia-Eintrag über das Grundgesetz auf, machte einen Screenshot und veröffentlichte ihn auf der Facebook-Seite.

Allerdings zeigte das Foto auch, welche Internetseiten der CDU-Politiker in den weiteren Tabs seines Browsers geöffnet hatte. Zum Beispiel "German Slut Punished" (übersetzt: "Deutsche Schlampe wird bestraft") und "BDSM Porno Videos". Das fiel Nutzern auf – und der "Bild". "Steht der Bürgermeister von Quickborn auf Klick-Porn?", fragte die Boulevard-Zeitung.

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Köppl: "ich bin jetzt informiert"

Zunächst schwieg Köppl dazu. Am Freitag bestätigte er dann, dass er die Seiten aufgerufen hatte – und lieferte auch gleich eine Erklärung dazu. Im Urlaub habe er im Skilift mitbekommen, wie sich eine Gruppe junger Männer "ausführlich über BDSM unterhalten" habe, erklärte Köppl. "Sorry, da war ich nicht so 'up to Date', auch peinlich", schrieb er auf Facebook.

"Auf meinem Zimmer angekommen, hab ich mich mal schlau machen wollen", erklärte der Bürgermeister von Quickborn (Schleswig-Holstein). Er habe sich aber keine Filme angesehen, dafür sei das Netz zu langsam gewesen. "Wikipedia hat geklappt und 'fifty shades of gray' war bei Wiki auch gut zur Erklärung", meinte Köppl. "Ich bin jetzt informiert."

SPD findet das lustig

Die anderen Parteien in Quickborn reagierten gelassen auf Köppls peinliche Prono-Panne. "Ich finde das eher lustig, jedenfalls nicht verwerflich", sagte SPD-Parteivize Tom Lenuweit dem Hamburger Abendblatt. "Auf den Wahlkampf wird das keine Auswirkungen haben. Es gibt ja genug Leute, die sich diese Seiten nicht nur aus Interesse, sondern aus Vergnügen anschauen."

FDP-Vorsitzende Friederike Rübhausen sagte der Zeitung: "Das ist Privatsache von Herrn Köppl. Wir wollen einen sachbezogenen und keinen schmutzigen Wahlkampf führen."

wer

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