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Coronavirus: Gesundheitsämter und Kliniken beratschlagen über Ernstfall

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20:21 28.01.2020
„Bisher kann man noch von einer recht entspannten Lage in Deutschland sprechen“: Matthias Stoll, Infektiologe an der Medizinischen Hochschule Hannover. Quelle: Handout
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Hannover

Gesundheitsämter und Krankenhäuser in Niedersachsen bereiten sich auf eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus in Niedersachsen vor. Am Mittwoch kommen Vertreter unter anderem der kommunalen Gesundheitsämter und der Kliniken im Landesgesundheitsamt in Hannover zusammen, um zu beratschlagen, was im Ernstfall einer starken Ausbreitung zu tun ist.

Der Infektiologe an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Matthias Stoll, warnt jedoch vor Aktionismus. „Bisher kann man noch von einer recht entspannten Lage in Deutschland sprechen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Coronavirus von China seinen Weg nach Niedersachsen findet, steigt jedoch. Am Dienstag sprach das Landesgesundheitsamt von zehn Verdachtsfällen in Niedersachsen, die sich auf das gesamte Land verteilen. Nach Angaben einer Sprecherin der Region Hannover stammt keiner der Verdachtsfälle aus der Landeshauptstadt oder dem Umland.

Offizielle Falldefinition

Die Patienten wurden gemäß der offiziellen Falldefinition als Verdachtsfälle ausgemacht. Dazu gehört laut Stoll zunächst, dass der Mensch unter grippeartigen Symptomen leidet. Hinzu muss kommen, dass der Patient einen Bezug zu den schwer betroffenen Gebieten in China hat, also zum Beispiel von einer Reise aus Wuhan zurückgekehrt ist. Als Verdachtsfall wird auch eingestuft, wer unter Grippesymptomen leidet und Kontakt zu einem Menschen hatte, dessen Infektion bereits bestätigt wurde oder sich auf dem Weg dahin befindet.

Diese Menschen müssen isoliert werden, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. „Dafür kommt im Prinzip jedes Krankenhaus in Niedersachsen in Betracht“, sagte der MHH-Mediziner Stoll. Einige der zehn niedersächsischen Verdachtsfälle wurden laut Stoll aber auch in der eigenen Wohnung isoliert – in Absprache mit Ärzten und Gesundheitsämtern. „Die Patienten sind nicht immer schwer krank. Manche weisen nur geringe Symptome wie bei einer Erkältung auf. Die Plätze in den Krankenhäusern sollten wirklich kranken Menschen vorbehalten sein.“

Erbgut verrät das Virus

Eine Elektronenmikroskopaufnahme des MERS-Coronavirus, einem engen Verwandten des neuartigen Coronavirus. Quelle: Arne Dedert/dpa

Die bisher zehn Verdachtsfälle werden im Labor des Landesgesundheitsamts auf das neue Virus getestet. „Dafür wird eine Probe genommen, die der Patient abhustet“, erklärt Stoll. Das Sekret aus den Atemwegen kann dann auf Erbgut des Coronavirus getestet werden.

Keiner der bisher zehn Verdachtsfälle befindet sich derzeit in der MHH. In der Uniklinik stehen laut Stoll zunächst einmal acht Betten in Isolierzimmern zur Verfügung. Das sind Einzelzimmer in abgesonderten Bereichen wie Infektionsstationen oder Zimmer mit einer besonderen Belüftungstechnik, die Viren aus der Atemluft filtert. Bei größerem Bedarf ließe sich die Kapazität auf zunächst 20 Betten ausbauen.

MHH hat einen Alarmplan

Die Medizinische Hochschule (MHH). Quelle: Schaarschmidt

Darüber hinaus gibt es einen sogenannten Alarmplan. „Gott sei Dank haben wir den in den vergangenen 20 Jahren noch nicht aktivieren müssen“, sagt Stoll. Zur Not ließen sich weitere Bereiche der MHH zu Isolierstationen machen. „Zur Not auch das gesamte Krankenhaus.“

Doch so weit ist es noch lange nicht. Wer unter Grippesymptomen leidet und den Verdacht hat, dass er sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert haben könnte, sollte laut Stoll seinen Hausarzt aufsuchen. „Damit sollten und können sie guten Gewissens zu ihrem Hausarzt gehen.“ Die Hausärzte hätten eine Lotsenfunktion: „Durch ein paar einfache Fragen des Hausarztes lässt sich feststellen, ob der Patient als Verdachtsfall infrage kommt.“

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Von Karl Doeleke

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