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Der Norden Der Harz bekommt einen Baumwipfelpfad
Nachrichten Der Norden Der Harz bekommt einen Baumwipfelpfad
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10:09 23.06.2014
Der begehbare Baumturmdes Baumwipfelpfades im Nationalpark Bayerischer Wald nahe Neuschönau in Niederbayern: Wandeln in luftiger Höhe zwischen den Kronen alter Bäume – das ist bald auch im Harz möglich. Unterhalb des Burgberges bei Bad Harzburg entsteht Niedersachsens erster Baumwipfelpfad.
Der begehbare Baumturmdes Baumwipfelpfades im Nationalpark Bayerischer Wald nahe Neuschönau in Niederbayern: Wandeln in luftiger Höhe zwischen den Kronen alter Bäume – das ist bald auch im Harz möglich. Unterhalb des Burgberges bei Bad Harzburg entsteht Niedersachsens erster Baumwipfelpfad. Quelle: dpa
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Bad Harzburg

 Im Harz soll eine neue Touristenattraktion entstehen und jährlich Zehntausende von Besuchern anlocken. Bei Bad Harzburg wird nach Angaben der städtischen Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe noch in diesem Jahr für rund vier Millionen Euro Niedersachsens erster Baumwipfelpfad gebaut. Die Anlage soll in 25 Metern Höhe durch die Kronen eines alten Mischwaldes im Kalten Tal unterhalb des Burgberges führen.

Ein Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro aus EU-Mitteln sei bereits bewilligt, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover. In Deutschland gibt es bislang rund ein Dutzend Baumwipfelpfade, vorwiegend in Süddeutschland. Der bekannteste Baumkronenweg befindet sich im Nationalpark Hainich in Thüringen. Der Harzer Baumwipfelpfad soll durch einen von Buchen dominierten Mischwald in unmittelbarer Nähe des Nationalparks führen.

"Wir schauen in den Nationalpark hinein, berühren ihn aber nicht", sagte der Leiter der Harzburger Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe, Bernd Vollrodt. "Die rund 900 Meter lange Anlage wird mehrere Stationen haben." Besucher Bad Harzburgs können den Pfad zu Fuß erreichen, weil er in Nähe des Stadtrandes beginnt.

Die Kosten für das Projekt seien verglichen mit anderen Baumwipfelpfaden niedrig, sagte Vollrodt. Der Grund: Wegen der Nähe zur Stadt müssen keine zusätzlichen Parkplätze gebaut werden. Und weil erst kürzlich auf dem nahen Burgberg eine moderne Gastronomie eröffnet wurde, müsse dafür ebenfalls kein Geld ausgegeben werden.

"Der Baumwipfelpfad wird den Tourismus in der Region ganz sicher einen großen Schritt voranbringen", sagte die Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes, Eva Ronkainen. Ein großer Vorteil der Anlage sei, dass sie auch für gehbehinderte Menschen und für Familien mit kleinen Kindern geeignet sein werde.

Widerstand von Naturschützern gegen den Baumwipfelpfad ist nicht zu erwarten. "Das Projekt ist mit den Verbänden und dem Nationalpark Harz abgestimmt, sagte Nationalparksprecher Friedhart Knolle. "Die Planer haben Einwände und Anregungen berücksichtigt". Bei Thale war vor zwei Jahren ein ähnliches Projekt auch am Widerstand von Naturschützern gescheitert. Die Arbeiten am Baumwipfelpfad können nach Angaben des Landkreises Goslar als Genehmigungsbehörde vermutlich im September beginnen. Vollrodt geht davon aus, dass der Pfad kurz vor Weihnachten fertig sein wird. Er erwartet, dass ab 2015 dann jährlich bis zu 80.000 Menschen über den Baumwipfelpfad spazieren werden.

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