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Der Norden Diese App hilft, Stammtischparolen zu kontern
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Die App Konterbunt hilft gegen Stammtischparolen

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09:00 06.06.2019
Unterstützung gegen Stammtischparolen: Mit der App Konterbunt der Landeszentrale für politische Bildung können sich Handybesitzer gegen diffamierende Aussagen wappnen – und das Kontern in einem Minispiel erproben. Quelle: MIKOLA
Hannover

Flüchtlinge sind krimineller als Deutsche, die „da oben“ machen sowieso was sie wollen, Männer sind Machos, die Jugend von heute interessiert sich für gar nichts, Frauen sind für Führungspositionen nicht geeignet. Stammtischparolen wie diese gibt es viele, gleichzeitig sind sie gefährlich, weil sie andere Menschen abwerten und Vorurteile gegen sie verfestigen.

Viele Menschen sind überfordert, wenn sie in der Schule, in der Familie oder im Freundeskreis mit solchen Diffamierungen konfrontiert sind. Stammtischparolen sind schwer zu kontern, obwohl sie oft schlicht sind. Um dabei zu helfen, eine angemessene Reaktion zu finden, hat die Landeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit Partnern ein kleines Programm entwickelt: die Smartphone-App Konterbunt.

Mit der App Konterbunt gegen Stammtischparolen können sich interessierte Menschen ortsunabhängig mit beispielhaften Parolen, möglichen Antworten und Strategiehinweisen auseinandersetzen und das Kontern in einem Minispiel erproben. Quelle: MIKOLA

„Die App setzt auf eine spielerische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Argumentationsstrategien“, erklärte am Mittwoch Ulrika Engler, Direktorin der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Sie enthält einen sogenannten Strategieguide mit zahlreichen Tipps und Ratschlägen, die sich in der Argumentation bereits bewährt haben. Entwickelt wurden sie von dem Experten für Argumentationstrainings, Klaus-Peter Hufer von der Universität Duisburg-Essen. „Stammtischparolen grenzen aus und sind oft voller Hass. Vom Spruch zur Tat sind die Übergänge fließend. Deswegen sollte widersprochen werden“, sagte Hufer.

Im Programm enthalten ist ein Verzeichnis, das die Parolen in verschiedene Themenbereiche gliedert, etwa Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit oder Sexismus. Zu jedem Thema gibt es Hintergründe, Gegenargumente und Gesprächsstrategien, die in der Diskussion helfen können.

Spielerisch gegen Vorurteile

Außerdem gibt es ein Spiel, indem der Konter erprobt werden kann. Darin wird eine Spielfigur in Alltagssituationen, etwa in der Disco, auf dem Spielplatz oder auf der Party mit Stammtischparolen konfrontiert. Dann läuft die Zeit: Schnell muss eine passende Antwort aus vier Möglichkeiten gewählt werden. Ziel ist es, mit der eigenen Spielfigur in Gesprächen Vorurteilen zu widersprechen. Dabei gehe es vor allem darum, an die Umstehenden – und eventuell die Betroffenen – das Signal zu senden, dass die Äußerung problematisch ist, erklären die Macher.

Die App kann ab dem 11. Juni kostenlos in den App-Stores von Google und Apple heruntergeladen werden. Auf der Internetseite von Konterbunt lässt sich die App direkt im Browser nutzen.

Von Karl Doeleke

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