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Der Norden Wurmberg-Schanze muss abgerissen werden
Nachrichten Der Norden Wurmberg-Schanze muss abgerissen werden
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12:17 06.06.2014
Nicht mehr zu retten: Die Skisprungschanze auf dem Wurmberg muss abgerissen werden. Quelle: dpa
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Braunlage

Der Harz verliert eines seiner markantesten Wahrzeichen und Niedersachsen sein höchstgelegenes Bauwerk: Die Skisprungschanze und der dazu gehörende Turm müssen abgerissen werden.

Ab Sonnabend werden auf dem Wurmberg im Harz die Bretter angeschnallt: Erste Pisten sind dann befahrbar – HAZ-Redakteur Karl Doeleke hat sie vorab schon einmal getestet.

Die Konstruktion auf dem mit 971 Meter höchsten Berg des Westharzes sei so marode, "dass beim nächsten Orkan ein Einsturz droht", sagte Braunlages Bürgermeister Stefan Grote (SPD) am Freitag. Eine Sanierung des Turms sei - anders als zunächst vorgesehen - nicht mehr möglich, sagte Grote. Er habe deshalb wegen der Einsturzgefahr den schnellstmöglichen Abriss angeordnet.

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Der Turm auf dem Wurmberg mit seiner Aussichtsplattform in 1001 Meter Höhe ist der am höchsten gelegene begehbare Punkt Niedersachsens. Dass der Schanzenturm statische Probleme hat, ist seit längerer Zeit bekannt. Deswegen wurde die Aussichtsplattform zu Beginn dieses Jahres für Besucher gesperrt. Auch Hochzeiten im Turmzimmer, die seit dem Jahr 2009 möglich waren, hat es seither nicht mehr gegeben.

Eigentlich sollte der Turm saniert werden. "Daraus wird nun aber nichts", sagte Grote. Denn bei näherer Untersuchung habe sich herausgestellt, dass die unter einer Holzverschalung versteckte Metallkonstruktion völlig verrottet sei. "Der Turm ist 1951 aus unbehandeltem Stahl gebaut und damals nicht gestrichen worden", sagte der Bürgermeister. Deshalb roste die Konstruktion seit mehr als 60 Jahren vor sich hin.

Die Probleme haben sich durch einen Anbau an der Turmspitze zur Verlängerung der Anlaufspur für die Sprungschanze im Jahr 2000 vermutlich noch verstärkt, sagte Grote. Weil dieser Anbau schräg nach oben ragt, sei Regenwasser gegen den Turm gelaufen, was zu weiteren Rostschäden am Stahlgerüst führte. Der Abriss werde mehr als 100.000 Euro kosten.

Die Wurmbergkuppe werde aber nicht dauerhaft turmlos bleiben, sagte Grote. Er werde sich dafür stark machen, dass ein neuer Turm mit Aussichtsplattform in 1000 Metern Höhe errichtet wird. Die Stadt werde mit den privaten Eigentümern des jetzigen Bauwerks darüber verhandeln.

Skispringen auf dem Wurmberg wird es nach Einschätzung des Braunlager Bürgermeisters dagegen künftig nicht mehr geben. Zwischen 2002 und 2006 waren auf der Schanze noch Springen des zweitklassigen Continentalcups ausgetragen worden. Das letzte Springen auf dem Wurmberg war 2011 ein Damen-Wettbewerb. Den Bau einer neuen Schanze hält Grote wegen der damit verbundenen hohen Kosten für unrealistisch.

lni

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