Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Dioxin-Eier in Osternestern?
Nachrichten Der Norden Dioxin-Eier in Osternestern?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:24 04.04.2012
Wenige Tage vor Ostern sind Dioxinfunde in Bio-Eiern aus Nordrhein-Westfalen bekanntgeworden. Quelle: Roland Weihrauch
Anzeige
Hannover

Ausgerechnet kurz vor Ostern werden die Verbraucher durch einen neuen Dioxinfund in Eiern verunsichert. Der Biohof im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen, von dem die Eier stammen, wurde am Montag von den Behörden geschlossen. Das Futter stammt aus Niedersachsen. Bisher wurden jedoch keine Hinweise gefunden, dass das Futtermittel mit Dioxin belastet ist.

„Es geht keine akute Gesundheitsgefährdung von dem Verzehr der belasteten Eier aus“, sagte Wilhelm Deitermann, Sprecher des Agrarministeriums in Nordrhein-Westfalen. Schäden seien erst bei häufigem Verzehr dioxinverseuchter Lebensmittel zu befürchten. Die Stempelnummer des Betriebes wurde vom NRW-Verbraucherschutzministerium veröffentlicht. Eier mit der Nummer 0-DE-0521041 sollten Verbraucher und Handel schnellstmöglich entsorgen. Ob auch Supermärkte in Niedersachsen beliefert wurden, blieb am Mittwoch unklar.

Anzeige

„Woher die Dioxinbelastung stammt, ist momentan noch unbekannt“, sagte Deitermann. Bereits am 15. März hat ein privates Labor in Kiel einen erhöhten Wert des dioxinähnlichen PCB (polychlorierte Biphenyle) in den Eiern entdeckt.

In dem aktuell verwendeten Futter seien jedoch keine Verunreinigungen gefunden worden, teilte das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) mit. Genaueres erhoffe man sich von der Analyse der Rückstellproben. Vor Ostern sei mit Ergebnissen nicht mehr zu rechnen. Dioxine können neben dem Futter auch über defekte Heizungsanlagen im Stall oder belasteten Boden im Auslauf der Hühner in die Eier gelangen.

Franz-Josef Holzenkamp, aus Cloppenburg stammender Agrarexperte der Unionsfraktion im Bundestag, fordert „schnellstmögliche Aufklärung“ von den Behörden, um den Verbrauchern ein „Höchstmaß an Lebensmittelsicherheit“ zu gewährleisten. Er warnte jedoch vor „Panikmache“. Nach bisherigen Erkenntnissen verkauft der Biohersteller mit 25000 Legehennen alle Eier an einen Zwischenhändler, der den weiteren Vertrieb - vornehmlich an Supermärkte - übernimmt. Nach dem Dioxinfund habe er den Verkauf gestoppt. Die Behörden gehen nun der Frage nach, warum weder das Labor noch der Erzeuger oder der Händler die Ergebnisse weitergegeben haben.

„Der Betrieb hätte sofort gesperrt werden müssen“, sagt Ministeriumssprecher Deitermann in Düsseldorf. Wegen dioxinverseuchten Tierfutters mussten zuletzt Anfang 2011 Hunderttausende Eier vernichtet und 5000 Höfe gesperrt werden.

Karl Doeleke 04.04.2012
Der Norden Niedersachsen und Bremen - Hunderte Osterfeuer vorbereitet
04.04.2012