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Der Norden TiHo-Forscher lüften Rätsel um Seehundsterben
Nachrichten Der Norden TiHo-Forscher lüften Rätsel um Seehundsterben
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12:19 20.10.2014
Seit Ende vergangener Woche wurden auf Helgoland und Amrum täglich jeweils fünf bis zehn tote Tiere entdeckt, auf Sylt bis zu 16. Quelle: dpa
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Büsum/Hannover

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste werden derzeit Erinnerungen an das Massensterben von Seehunden im Jahr 2002 wach. Täglich finden Seehundjäger an den Stränden der Inseln Helgoland, Amrum, Föhr und Sylt derzeit tote Tiere - bislang waren es 350. Einige wenige schaffen es gerade noch an die Strände.

Ein toter Seehund liegt am Strand von Hörnum auf Sylt. Täglich finden Seehundjäger an den Stränden einiger Inseln derzeit tote Tiere. Quelle: Simone Steinhardt

Die Ursache für das Sterben soll ein Influenzavierus sein, schreibt der NDR. Forscher der TiHo haben in Büsum tote Tiere untersucht und einen entsprechenden Erreger entdeckt, teilte das Nationalparkamt Tönning am Montag mit. Das Virus soll offenbar durch Vögel übertragen worden sein.

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Erinnerungen an 2002 werden wach

Tierschützer hatten ein neues Massensterben im Wattenmeer befürchtet. Mit ähnlich vielen toten Seehunden wie bei den beiden großen Ausbrüchen der Seehundstaupe rechnet Expertin Diederichs aktuell zwar nicht. 2002 verendeten an Nord- und Ostsee knapp 22.000 Tiere, 1988 waren es rund 18.000. „Es kann aber trotzdem sein, dass 1000 Tiere betroffen sein werden“, sagt Seehundexpertin Britta Diederichs vom Nationalparkamt in Tönning.

Sorgen um den Seehund-Bestand an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste hat die Expertin deshalb nicht. Aktuell leben dort schätzungsweise 12.000 Seehunde. „Der Seehundbestand ist in den vergangenen Jahren beständig gewachsen“, sagt Diederichs. Sie spricht von natürlichen Prozessen innerhalb der Population. „Das ist eine normale Entwicklung, die dazugehört in solchen Beständen. Starke Tiere werden das überstehen, andere Tiere leider nicht.“

Seit Ende vergangener Woche wurden auf Helgoland und Amrum täglich jeweils fünf bis zehn tote Tiere entdeckt, auf Sylt bis zu 16. Viele der Tiere waren bereits mehrere Jahre alt. Ein Teil der erkrankten Tiere schleppt sich noch schwer krank an den Strand. „Sie werden dann vor Ort von Seehundjägern erlöst“, sagt Diederichs. Außer einem Husten seien bei ihnen keine äußeren Anzeichen einer Erkrankung festzustellen. Der Großteil der Tiere sei zudem gut genährt.

dpa/r./NDR

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