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Der Norden Die Chefs treffen sich zur Besprechung
Nachrichten Der Norden Die Chefs treffen sich zur Besprechung
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00:16 20.11.2015
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Luttmersen

Die Bundeswehr geht kein Risiko ein und checkt ihre Soldaten gründlich durch. Das gilt auch für Reservisten. Also stehe ich um 7 Uhr bei der Zahnärztin auf der Matte, bevor ich im Labor eine Blutprobe entnehmen lasse, einen Drogenschnelltest absolviere und dann noch mein Seh- und Hörvermögen unter Beweis stellen muss.Damit ist die Einstellungsuntersuchung keinesfalls erledigt, morgen geht es noch nach Hannover zum Belastungs-EKG und Lungenfunktionstest. Der hoffentlich krönende Abschluss ist am Donnerstag die sogenannte Hauptuntersuchung. Immerhin: Es kann nie schaden, sich mal medizinisch auf den Prüfstand zu stellen.

Dann wird es ernst, die wöchentliche Besprechung der Kompaniechefs und Stabsabteilungen mit dem Kommandeur Oberstleutnant Carsten Heß und dem stellvertretenden Kommandeur Stephan Weidner steht auf dem Programm. Dem Verbindungsoffizier der S 3-Abteilung obliegt dabei die Protokollführung, fällt also in die Aufgabe, für die ich vorbereitet werde. Glücklicherweise ist Oberleutnant B., der aktive Part meines Dienstpostens und mein Betreuer, auch da. Denn das Mitschreiben an sich ist nicht das Problem, wohl aber das Ganze in eine militärisch genehme Form zu bringen und noch durch die vielen Abkürzungen der Bundeswehr durchzusteigen. Als Muster hat mir Oberleutnant B. deshalb einige Protokolle zur Verfügung gestellt und hilft auch bei Namen, Abkürzungen und Funktionen.

Ich erfahre bei der Besprechung unter anderem, dass das Teile des Bataillons in der Flüchtlingshilfe bei der Aktion „Helfende Hände“ aktiv sind. Auch der nächste Auftenthalt auf dem Truppenübungsplatz ist ein Thema, ebenso die EU-Arbeitszeitenrichtlinie. Alle Offiziere kommen zu Wort und können Besonderheiten, Termine und Probleme aus ihrem Bereich vortragen.

Beim Schreiben des Protokolls werden Erinnerungen an frühere Jahre wach. Um die Arbeitszeiten von Soldaten hat sich zu Zeiten der Wehrpflichtarmee kaum jemand Gedanken gemacht. Einige damals übliche Dinge wie der Transport von Soldaten auf schlichten Holzbänken auf der Ladefläche eines Lastwagens sind zwischenzeitlich verboten, das Risiko bei Unfällen ist zu hoch. Diese Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erfordern gleichzeitig einen höheren Organisationsaufwand.

Von Thomas Tschörner

17.11.2015
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