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Der Norden Falsch deklariertes Pferdefleisch auch in Norddeutschland
Nachrichten Der Norden Falsch deklariertes Pferdefleisch auch in Norddeutschland
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15:49 11.04.2013
Die Behörden sind 50.000 Tonnen falsch deklarierten Fleischs auf der Spur. Quelle: dpa
Berlin

Die Behörden prüften derzeit, ob die Firmen zwischen 2011 und Februar 2013 von dem betreffenden Betrieb aus den Niederlanden Lieferungen erhalten haben. Ein Großhändler in den Niederlanden steht unter Verdacht, unkontrolliertes Pferdefleisch verarbeitet zu haben.

50 000 Tonnen Fleisch sind offenbar in mehrere europäische Länder verkauft worden, darunter auch Deutschland. Das Fleisch könne mit unkontrolliertem Pferdefleisch vermischt worden sein, warnte die niederländische Kontrollbehörde für Nahrungsmittel am Mittwoch in Utrecht.

Nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums wurden inzwischen die Namen der Betriebe ermittelt, die seit 2011 Ware von dem niederländischen Hersteller bezogen haben könnten. Es seien praktisch alle Bundesländer tangiert, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). 124 Betriebe sollen beliefert worden sein.

Ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Johannes Remmel (Grüne) mahnte erneut bessere Lebensmittelkontrollen an. Laut dem Düsseldorfer Ministerium steht aber noch nicht fest, ob mit Pferdefleisch vermischtes Rindfleisch wirklich nach NRW geliefert wurde. Der niederländische Großhändler habe mehr als 30 Kunden in NRW. Die niederländischen Behörden hätten bisher noch keine Lieferlisten zur Verfügung gestellt.

Laut EU-Kommission ist zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 15. Februar 2013 falsch etikettiertes Fleisch gehandelt worden. Der größte Teil der 50 000 Tonnen Fleisch wurde nach Angaben der niederländischen Kontrollbehörden vermutlich bereits verzehrt. Doch ein Teil sei auch in Tiefkühlprodukten verarbeitet worden. Konsequenzen seien notwendig, stellte Minister Remmel in einer Mitteilung fest. Die Vorgaben für Lebensmittelkontrollen müssten verbessert werden. NRW habe bei der am Donnerstag beginnenden Agrarministerkonferenz den Antrag gestellt, bundesweit die Mindeststandards für Eigenkontrollen von Futtermitteln und Lebensmitteln festzuschreiben: "Wir fordern, dass in den Betrieben verstärkt Eigenkontrollen im Hinblick auf gesundheitsrelevante Schadstoffe und zum Schutz vor Verbrauchertäuschung durchgeführt werden."

dpa

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