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Der Norden Vater tötete seine Kinder
Nachrichten Der Norden Vater tötete seine Kinder
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00:15 09.03.2014
Laut Anklage hat ein 32-Jähriger aus Wieda im Kreis Osterode den Tod seiner drei Jahre alten Tochter und seines sechs Jahre alten Sohnes verursacht.
Laut Anklage hat ein 32-Jähriger aus Wieda im Kreis Osterode den Tod seiner drei Jahre alten Tochter und seines sechs Jahre alten Sohnes verursacht und sein Haus zur Explosion gebracht. Quelle: dpa (Archiv)
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Göttingen/Wieda

Weil er seine beiden Kinder umgebracht und eine Gasexplosion in seinem Wohnhaus ausgelöst haben soll, muss sich ab heute ein 32-jähriger Mann aus Wieda (Kreis Osterode) vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den Familienvater wegen zweifachen Mordes und schwerer Brandstiftung angeklagt. Er soll an einem Sonntagmorgen im September vergangenen Jahres seine dreijährige Tochter mit Alkohol betäubt und seinen sechsjährigen Sohn durch einen Schnitt in den Hals verletzt haben. Anschließend soll er in dem Einfamilienhaus eine Gasexplosion verursacht haben. Dabei wurde das dreijährige Mädchen getötet. Ihr sechsjähriger Bruder starb später in einem Krankenhaus. Beide Kinder sollen infolge einer Rauchvergiftung gestorben sein.

Das Wohnhaus wurde durch die verheerende Detonation und das Feuer komplett zerstört. Der sechsjährige Junge konnte zwar noch aus den Flammen gerettet und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er jedoch drei Tage später seinen Verletzungen erlag. Für seine dreijährige Schwester kam jede Hilfe zu spät. Feuerwehrleute entdeckten ihren Leichnam sieben Stunden später im Obergeschoss.

Der 32-jährige Vater hatte die Explosion schwer verletzt überlebt und war zunächst in einer Spezialklinik für Brandverletzungen in Halle behandelt worden. Nach Angaben eines Justizsprechers ist er inzwischen in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 32-Jährige sich und seine Kinder umbringen wollte. Er soll die Tat in einem Abschiedsbrief angekündigt haben.

Die 30 Jahre alte Mutter der Kinder hatte sich zur Tatzeit nicht im Haus aufgehalten. Sie erlitt einen Schock, als sie von dem Drama erfuhr. Auch in der übrigen Wiedaer Bevölkerung hatte die Tat große Erschütterung hervorgerufen. Die Kirchengemeinde richtete ein Spendenkonto für die Frau ein.

Von Elmar Stephan und Saskia Döhner

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