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Der Norden Fracking nur noch ganz tief unter der Erde
Nachrichten Der Norden Fracking nur noch ganz tief unter der Erde
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20:05 17.03.2014
Von Karl Doeleke
„Auf Fracking nicht verzichten“: Wirtschaftsminister Lies.
„Auf Fracking nicht verzichten“: Wirtschaftsminister Lies. Quelle: dpa
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Hannover

Die umstrittene Fördermethode soll grundsätzlich weiter möglich sein - aber eben nur noch in konventionellen Lagerstätten wie Sandstein, die 2500 bis 5000 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Das teilten Niedersachsen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Montag in Hannover mit „Auf diese seit 30 Jahren bewährte Erdgasfördertechnik wollen wir in Niedersachsen nicht verzichten“, sagte Lies.

Die Begrenzung ist Teil einer Reihe neuer Umweltstandards für die Erdgasförderung. Das Land plant einen Erlass, der eine Umweltverträglichkeitsprüfung neu einführt.

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um verschlossene Gasvorkommen aufzubrechen und förderbar zu machen. In diesem Gemisch sind „umwelttoxische Substanzen“ in Zukunft nach Angaben von Wenzel und Lies verboten. Diese Frack-Flüssigkeit muss aufbereitet und entsorgt werden. Teil der neuen Auflagen ist auch, das Wasserschutz- und Trinkwassergewinnungsgebiete tabu sind. Lagerstättenwasser, das mitgefördert wird, darf nur noch in die Gesteinsschichten zurückgepresst werden, aus denen es stammt. Außerdem strebt Niedersachsen eine Beweislastumkehr für Bergschäden an. Bei Erdbeben oder Bodenabsenkungen soll das Unternehmen in Zukunft beweisen müssen, dass es für Schäden an Häusern nicht verantwortlich ist. Der Erlass könnte im Juni in Kraft treten.

Die CDU kritisierte, der Erlass sei rechtlich zweifelhaft. Wenzel und Lies räumten ein, dass er durch Klagen möglicherweise angreifbar sei. Das Land will daher über den Bundesrat das Berggesetz reformieren. Eine Bundesratsinitiative sei in Arbeit, hieß es.

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