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Der Norden „Freie Friesen“ fordern freie Strände
Nachrichten Der Norden „Freie Friesen“ fordern freie Strände
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21:17 10.11.2015
Von Isabell Rollenhagen
„Für den Maschsee muss ja auch niemand zahlen“, argumentieren die „Freien Friesen“. Quelle: Ingo Wagner
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Schortens

Das Meer der Nordsee verheißt grenzenlose Freiheit, wenn man auf den fernen Horizont blickt. Doch diese Freiheit endet im Kreis Friesland meist vor Zäunen oder am Kassenhäuschen vor dem Strand: Denn wer hier seine Füße ins Wasser halten oder sich die steife Brise direkt am Ufer ins Gesicht blasen lassen will, muss zahlen. 3 Euro kostet der Zutritt etwa an den Stränden der Gemeinde Wangerland. „Diese Gebühr ist nicht einsehbar“, findet Janto Just. Der Niedersachse fordert mit seiner Bürgerinitiative „Freie Friesen für freie Strände“ seit gut drei Jahren kostenlosen Zugang zum Meer.

Nach Demonstrationen am Strand in Hooksiel, die auch von der Piratenpartei unterstützt wurden, haben Just und seine Mitstreiter 50 000 Unterschriften gesammelt und vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg eine Klage eingereicht. Doch alle Bemühungen blieben bisher erfolglos: Die Piraten haben ihren politischen Einfluss längst verloren. Und die Richter entschieden im vergangenen Herbst gegen Just und seine Initiative: Die Klage sei unbegründet. Das Gelände sei eine kommerzielle Freizeiteinrichtung, die sauber gehalten werden müsse. Auch die Bereitstellung von Umkleidekabinen und Toiletten koste Geld. Um am Strand spazieren zu können, sind immer noch 3 Euro fällig.

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Aufgeben will die Initiative aber nicht. Deshalb hat Just nun Berufung beim Oberverwaltungsgericht eingereicht. Und mit rund 15 Gleichgesinnten eine Partei in der benachbarten Gemeinde Schortens gegründet.

Die „Freien Friesen“, deren zweiter Vorsitzender Just ist, wollen bei der Kommunalwahl 2016 antreten. Das Parteiprogramm umfasst im Wesentlichen auch nur das eine Thema: freie Strände für die Bürger der wassernahen Gemeinden. „Der Strand und das Wattenmeer sind ein Naherholungsgebiet für die Bürger“, sagt der Niedersachse. Und das müsse man doch kostenfrei genießen können. „In Hannover muss ja auch niemand Geld bezahlen, wenn er am Wochenende am Maschsee spazieren gehen und das Wetter genießen will.“

Just geht es nicht darum, dass der komplette Strand umsonst genutzt werden kann. Lediglich bestimmte Bereiche, vor allem die naturbelassenen Strandabschnitte, sollten kostenlos sein.

Das scheint dem Oberverwaltungsgericht einzuleuchten. Bevor es ein Urteil sprechen will, sollen die „Freien Friesen“ jetzt die Bereiche markieren, zu denen sie freien Zugang wollen. Das stimmt Just optimistisch. „Meer und Watt sind eben etwas, wo niemand vollständig die Hand drauflegen kann“, sagt er.

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