Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Fünf Frühchen in Meppen mit Keim infiziert
Nachrichten Der Norden Fünf Frühchen in Meppen mit Keim infiziert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:30 11.05.2012
Foto: Auf der Frühchenstation des Krankenhauses im emsländischen Meppen sind multiresistenter Keime entdeckt worden.
Auf der Frühchenstation des Krankenhauses im emsländischen Meppen sind multiresistenter Keime entdeckt worden. Quelle: Symbolfoto: dpa
Anzeige
Meppen

Bei ihnen sei eine Variante des Darmbakteriums E. coli entdeckt worden, die isoliert untergebrachten Babys seien aber nicht erkrankt, teilte das Sozialministerium in Hannover am Donnerstag mit. Die Station sei für Neuaufnahmen gesperrt worden und das Personal sowie alle Frühgeborenen seien untersucht worden. Außerdem wurde die Station desinfiziert.

Die empfohlenen Hygienemaßnahmen seien minuziös umgesetzt worden, sagte ein Ministeriumssprecher. „Nach unserer derzeitigen Kenntnis hat das Klinikum die notwendigen Maßnahmen veranlasst, um das Geschehen einzudämmen und insbesondere sofort die zuständige Amtsärztin des Landkreises Emsland informiert.“

Wie der Landkreis mitteilte, sollten die verschärften Hygienemaßnahmen auch in den kommenden Tagen fortgeführt werden, um weiteren Kontaminationen und eventuellen Infektionen vorzubeugen. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung sei Träger des Darmkeims, ohne erkrankt zu sein. Für Frühgeborene ohne ausgereiftes Immunsystem seien aber Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Zuletzt hatte es im Februar einen Keimausbruch auf der Frühchenstation in Stade gegeben, Babys erkrankten aber nicht.

Im vergangenen Jahr waren auf der Neugeborenen-Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte mehrere Babys an einer Infektion mit multiresistenten Keimen erkrankt, drei von ihnen starben. Dort gab es schwere Pannen beim Umgang mit dem Ereignis. Die Station musste für mehrere Wochen geschlossen werden, der Chefarzt der Kinderklinik wurde entlassen. Ein Untersuchungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft griff den Fall auf.

dpa

Mehr zum Thema

Die Polizei hat das Klinikum Mitte in Bremen durchsucht und Unterlagen zum Tod mehrerer Frühchen sichergestellt. Die Akten und elektronischen Daten würden nun geprüft, sagte die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses des Landtags, Antje Grotheer (SPD), am Montag. Darunter seien auch E-Mails des suspendierten Klinikverbund-Geschäftsführers.

05.03.2012

Rechtsmediziner haben die beiden toten Frühchen in Bremen untersucht. Ob die Kinder an einem resistenten Darmkeim starben, ist aber weiterhin unklar. Dafür sind noch weitere Analysen nötig.

02.03.2012

Der Hygieneskandal in einer Bremer Frühchenstation hat das Vertrauen in die Krankenhäuser erschüttert. Eigentlich erwarten Eltern doch, dass die schlimmste Sorge vorbei ist, wenn ihr Frühgeborenes erst einmal im Brutkasten liegt und von Experten mit allem Notwendigen versorgt wird.

Nicola Zellmer 05.03.2012
Manuel Becker 10.05.2012
Gabriele Schulte 11.05.2012
10.05.2012