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Der Norden Gefährlicher Job der Kampfmittelräumer
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12:34 05.08.2012
In Niedersachsen gab es 2011 bei den Kampfmittelfunden mit 225 entschärften Sprengbomben von mehr als 50 Kilogramm einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Quelle: dpa
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Bremen

Immer wieder müssen Straßen gesperrt und Häuser geräumt werden, damit die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst ihrer gefährlichen Arbeit nachgehen können. Besonders bei Bauarbeiten werden die Experten oft gebraucht. Die Zahl der Räumungen wegen Bomben nimmt auch fast siebzig Jahre nach Kriegsende nicht ab.

Ein wichtiges Hilfsmittel zum Finden der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Bremen und Niedersachsen sind Luftbilder der Alliierten. Dabei seien Briten und Amerikaner unterschiedlich vorgegangen, erklärt Johannes Kröckel, der bei einer Luftbilddatenbank in Bayern arbeitet. Die britischen Behörden gaben ihre Bilder den Kampfmittelräumdiensten in den achtziger Jahren kostenlos. Die amerikanischen Luftaufnahmen dagegen waren lange nicht verfügbar. „Nach der Freigabe mussten sie gekauft werden“, sagt Kröckel.

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In Niedersachsen gibt es ein spezielles Landesräumprogramm. Dabei suchen Mitarbeiter seit mehreren Jahren gezielt nach Kampfmitteln. Als Grundlage dafür hat das Land bislang rund 150.000 Luftbilder aus alliierten Archivbeständen gekauft.

In Bremen zählten die Behörden im vergangenen Jahr mehr als 1000 Bauanträge und gleichzeitig Aufträge zur Kampfmittelbeseitigung. Darunter waren nur etwa 30 Zufallsfunde, berichtet der stellvertretende Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bremer Polizei, Peter Seydel. Ein Erfolg der systematischen Suche.

Neben zwei Sprengmeistern gibt es in der Dienststelle sechs Mitarbeiter. 2011 wurden fünf Spreng-Splitterbomben mit mehr als 100 Kilogramm am Fundort entschärft. 244 Brand- und Sonderbomben wurden im Zerlegebetrieb vernichtet. Dazu kamen 94 Funde von Granaten und einzelnen Zündern.

Der Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Niedersachsen, Thomas Bleicher, sieht die Zahlen für 2011 im Trend des Vorjahres. Nur bei den Kampfmittelfunden gab es mit 225 entschärften Sprengbomben von mehr als 50 Kilogramm einen starken Anstieg - 58 Funde waren es 2010. „Die hohen Zahlen spiegeln die aktuelle Baukonjunktur wider und werden zusätzlich beeinflusst durch Großprojekte wie den Bau des JadeWeserPorts sowie großflächige Räummaßnahmen auf Rüstungsaltlastenstandorten wie dem ehemaligen Munitionslager Eckertal im Harz“, erklärt Bleicher.

Insgesamt folgten 2011 in Niedersachsen auf fast 2500 Bauanträge Luftbildauswertungen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat dort 39 Mitarbeiter.

Wie gefährlich das Entschärfen der zum Teil stark verrosteten Bomben ist, zeigte ein Unfall am 1. Juni 2010 in Göttingen, bei dem drei Mitarbeiter starben. Eine amerikanische Zehn-Zentner-Sprengbombe mit einem chemischen Langzeitzünder war damals explodiert. 

dpa

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