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Der Norden Eske Nannen wird 75
Nachrichten Der Norden Eske Nannen wird 75
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18:15 03.01.2017
Hat noch viele Ideen: Eske Nannen. Quelle: dpa
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Emden

Sie gilt als charmante und zugleich berüchtigte Bettlerin, als Netzwerkerin mit Kontakten in die ganze Welt: Seit 30 Jahren ist Eske Nannen als Geschäftsführerin für die Stiftung der Emder Kunsthalle im Einsatz. Von Wirtschaftsbossen und Politikern wird die Kunstmäzenin als raffinierte Verführerin geschätzt, aber auch gefürchtet. Hartnäckig wirbt Eske Nannen Spenden für das Haus ein, das sie 1986 mit ihrem Mann Henri aufgebaut hat. Der Gründer des Magazins „Stern“ erfüllte sich damit in seiner Heimatstadt einen Lebenstraum.

Mit seinem Tod 1996 trat seine Witwe nicht bloß sein Erbe an. Sie baute die Kunsthalle aus, die Ausstellungsfläche wuchs von 650 auf jetzt 1600 Quadratmeter. Doch nach ihrem 75. Geburtstag am Mittwoch will Eske Nannen mehr und mehr in den Hintergrund treten. Den Neuanfang hat sie lange vorbereitet. Im Februar kommt der Kunsthistoriker Stefan Borchardt aus Baden-Württemberg als neuer künstlerischer Leiter.

„Ich kann meinem Nachfolger den Rücken frei halten und werde das Haus weiter begleiten“, sagt Nannen. Dafür hat sie viele Ideen, für die es im täglichen Geschäft keine Zeit gab, etwa den Aufbau eines Kunstarchivs. Das einst kuschelige Museum ist unter der Regie von Eske Nannen zur modernen Attraktion weit über Ostfriesland hinaus geworden. Fast alle Bundespräsidenten führte sie bereits durch die Ausstellungen.

Mehr als 20 Millionen Euro hat die umtriebige Geschäftsführerin bisher für die Kunsthalle eingeworben. Ihr Engagement in zahlreichen Stiftungen und Kultureinrichtungen wurde mit Ehrungen wie dem Großen Bundesverdienstkreuz gewürdigt. „Ich habe ein reiches Leben, aber ich tue auch etwas dafür“, sagt sie. Künftig will sie mehr auf Reisen gehen und neue Länder sehen: „Afrika, aber auch die Antarktis mit ihrer unberührten Natur reizen mich.“

Von Hans-Christian Wöste

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