Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden In diesen Eiern aus Niedersachsen ist Insektengift
Nachrichten Der Norden In diesen Eiern aus Niedersachsen ist Insektengift
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 05.08.2017
Von Michael B. Berger
Das Insektizid Fipronil ist auch in niedersächsischen Eiern nachgewiesen worden.  Quelle: dpa
Utrecht/Hannover

Das Insektengift Fipronil, durch das offenbar Millionen Eier verseucht worden sind, ist auch in Niedersachsen verwendet worden. Nach Erkenntnissen des Agrarministeriums in Hannover wurde das Anti-Läuse-Mittel nicht nur in den Niederlanden und Belgien verwendet, sondern auch zur Desinfektion eines Stalles in der Grafschaft Bentheim eingesetzt. Der Betrieb habe Selbstanzeige erstattet, sagte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer am Mittwoch.

Betroffene Chargen

1-DE-0357731

1-NL-4167902

1-NL-4385701

1-NL-4339301

1-NL-4339912

2-NL-4385702

1-NL-4331901

2-NL-4332601

2-NL-4332602

1-NL-4359801

0-NL-4310001

1-NL 4128604

1-NL 4286001

0-NL 4392501

0-NL 4385501

Der Stall mit 40 000 Legehennen sowie vier weitere Betriebe aus der Grafschaft Bentheim und dem Emsland wurden gesperrt, nachdem Ermittlungen der niederländischen Behörden ergeben hatten, dass auch sie mit dem Putzmittel beliefert worden waren. Niedersachsen werde jetzt flächendeckend Eier auf Rückstände des Insektizids untersuchen. „Der Gifteierskandal hat sich gestern deutlich nach Niedersachsen ausgeweitet“, sagte Meyer.

Meyer betonte, man mache den Betrieben keine Vorwürfe, sie seien vermutlich betrogen worden. Auch der Präsident der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, erklärte, den Legehennenhaltern sei kein Vorwurf zu machen. Hier sei kriminelle Energie im Spiel. Der Grünen-Politiker befürchtet, dass noch weitere Betriebe dazukommen werden.

Mittel gegen Flöhe und Milben

Fipronil ist ein Kontaktgift mit schneller und lang anhaltender Wirkung gegen Parasiten wie Flöhe und Milben. Es wird in vielen Ländern als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln und Bioziden eingesetzt. Es ist jedoch streng verboten, das Mittel bei Tieren einzusetzen, die Lebensmittel produzieren. „Der Stoff ist nicht krebserregend, aber toxisch, und kann bei Kleinkindern, die vergiftete Eier verzehren, akute Gesundheitsgefahren auslösen“, erklärte Meyer.   

Diese Eier sollten Sie zurückbringen

Der Wirkstoff Fipronil darf bei Lebensmittel liefernden Tieren nicht angewandt werden, und er ist in Lebensmitteln nicht zugelassen. Die Eier sollten zurückgegeben werden.
Bis Mittwochabend hat das Agrarministerium in Hannover Warnungen vor Eiern aus 15 Chargen herausgegeben (siehe oben) – 14 aus den Niederlanden und mit 1-DE-0357731 die erste deutsche Chargennummer. Sie wurde vom Agrarministerium am Abend auf der Internetseite www.lebensmittelwarnung.de eingestellt. Die Eier stammen von einem Hof aus Nordhorn in der Grafschaft Bentheim.
Dort veröffentlichen die Länder und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit öffentliche Warnungen. Verbraucher sollten diese Produkte zurückgeben, erklärte das Agrarministerium

Auch in den Niederlanden weitete sich der Skandal aus. Die Lebensmittelkontrollbehörde NVWA rief dazu auf, vorläufig keine Eier mehr zu essen, schränkte diese Warnung aber später wieder ein. Fipronil sei in den Eiern von weiteren 17 Geflügelbetrieben gefunden worden, teilte die niederländische Behörde in Utrecht mit. Eier mit 27  Codes gelten nun als gesundheitsschädlich. 180 Geflügelzüchterbetriebe sind gesperrt.

Sorgen wegen Fipronil: Essen Sie jetzt erst einmal keine Eier mehr?
Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Sorgen wegen Fipronil: Essen Sie jetzt erst einmal keine Eier mehr?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Nicht alle Betriebe haben nach Niedersachsen geliefert. Agrarminister Meyer befürchtet dennoch, dass große Massen der Gifteier aus den Niederlanden hier in den Handel gelangt und sehr wahrscheinlich schon verkauft worden sind. „Es handelt sich möglicherweise um Millionen von Eiern.“     

Zwei Jungpferde sind in Varel beim Zusammenstoß mit einem Bus getötet worden. Der 60-jährige Busfahrer war am Dienstag mit dem Fahrzeug alleine unterwegs, als die Tiere plötzlich am Ausgang des Ortsteils Jeringhave (Kreis Friesland) auf die Fahrbahn traten.

02.08.2017

Zum Start des neuen Schuljahres sucht Niedersachsen noch Lehrkräfte für rund 260 freie Stellen. Besonders dramatisch ist die Situation an Grund-, Haupt- und Realschulen: Hier gab es 632 Einstellungsmöglichkeiten zum 31. Juli, davon waren am 24. Juli erst 462 besetzt.

02.08.2017
Der Norden Drogenpakete unter Fußmatte versteckt - Drogenkurier mit zehn Kilo Marihuana geschnappt

Zollfahnder haben an der Grenze zu den Niederlanden einen 27-Jährigen gefasst, der zehn Kilogramm Marihuana in seinem Auto transportierte. Die Pakete waren in einem Hohlraum im Boden seines Autos versteckt.

02.08.2017