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Der Norden Gutachten zu Explosion in Ritterhude
Nachrichten Der Norden Gutachten zu Explosion in Ritterhude
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20:54 22.09.2017
Nach einer schweren Explosion brennt am 10.09.2014 eine Fabrik in Ritterhude. Jetzt liegt ein Gutachten zu dem Vorfall vor.
Nach einer schweren Explosion brennt am 10.09.2014 eine Fabrik in Ritterhude. Jetzt liegt ein Gutachten zu dem Vorfall vor. Quelle: dpa
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Vor drei Jahren explodierte in Ritterhude (Kreis Osterholz) die Sondermüll-Verbrennungsanlage Organo Fluid, ein Mensch starb dabei. Ein Gutachten im Auftrag der CDU kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass die Firma bereits 2005 hätte geschlossen werden müssen.

In der Anlage wurden brennbare Stoffe wie Methanol in großen Mengen verarbeitet, allein deshalb hätte sie unter die Störfallverordnung, die sogenannte Seveso-Richtlinie, fallen müssen. Die Richtlinie aber hätte zwingend dazu geführt, dass die Firma dichtgemacht worden wäre – weil sie nur wenige Meter neben einem Wohngebiet lag. „Es hat hier ein massives systematisches Behördenversagen gegeben“, sagt CDU-Umweltexperte Martin Bäumer. Er wirft dem Gewerbeaufsichtsamt mangelnde Kontrolle vor.

Die Gewerbeaufsichtsämter unterstehen dem Umweltministerium. Dessen Chef ist seit 2013 der Grüne Stefan Wenzel, zwischen 2005 und 2013 waren es aber die Liberalen Hans-Heinrich Sander und Stefan Birkner. Die Vorwürfe der CDU richten sich aber dennoch vor allem gegen Wenzel: Dieser habe zu wenig Willen zur Aufklärung und Aufarbeitung des Unglücks gezeigt. „Von einem Minister, der jeden Rostfleck auf einem Atommüllfass skandalisiert, hätte ich hier etwas anderes erwartet“, so Bäumer.

ran

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