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Der Norden Unbekannte verwüsten Hamelner Stadtfriedhof
Nachrichten Der Norden Unbekannte verwüsten Hamelner Stadtfriedhof
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19:51 27.08.2013
Unbekannte Täter verwüsteten Hamelner Stadtfriedhof.
Hameln

Wertvolle Kulturgüter seien für immer verloren, teilte die Stadtverwaltung mit. Stadtsprecher Thomas Wahmes meint: „Wir sind alle geschockt.“ Mehr als 40 meist historische Grabstellen sind nach Angaben der Stadtverwaltung betroffen. Das älteste Denkmal stammt aus dem Jahr 1785. Viele Steinkreuze sind „unwiederbringlich verloren“, sagt Wahmes.

„Ich bin erschüttert. Wer macht denn so was?“, fragt sich Friedhofsmeister Rainer Marcek. Friedhofsbesucherin Ingrid Maulhardt meint: „Es ist so schrecklich, was diese Leute getan haben.“ Die Hamelnerin, die den Deisterfriedhof als eine Oase der Ruhe schätzen gelernt hat, schaut kopfschüttelnd auf zerbrochene Kreuze aus Sandstein und Granit, auf umgekippte Grabmäler, auf herausgerissene Blumen und kaputte Grableuchten. Auch eine mehr als 100 Jahre alte Skulptur aus Bronze - eine Frau im langen Gewand mit Lorbeerkranz in der Hand - liegt am Boden. Ein Arm hat einen Riss. „Es ist schrecklich, was hier passiert

Bisher unbekannte Täter haben in der Nacht zu Dienstag Teile des Hamelner Stadtfriedhofs zerstört. Bereits in März waren dort Gräber zerstört worden, doch der  Hintergrund der Tat ist immer noch unklar.

Während die Polizei noch nach den Kriminellen fahndet, gelang es Ermittlern, in Bad Pyrmont einen Verdächtigen zu ermitteln. Der 23-Jährige hat inzwischen gestanden, in zwei Nächten insgesamt elf Grabsteine umgestoßen und beschädigt zu haben. Der Mann aus Mecklenburg-Vorpommern will stets betrunken gewesen sein. Offensichtlich hat er aus Frust gehandelt. „Es gibt derzeit keine Hinweise auf einen rechtsradikalen Hintergrund“, sagt Hauptkommissar Jörn Schedlitzki. Polizisten aus Bad Pyrmont und Staatsschützer aus Hameln hatten sich gestern Vormittag in Tatortnähe umgehört und waren beim sogenannten „Klinkenputzen“ auf den Namen des Tatverdächtigen gestoßen. Bei der Befragung von möglichen Zeugen erfuhren sie auch, dass der Täter von einem Grabstein am Bein verletzt worden war. Als die Beamten zur Wache zurückkehrten, trafen sie dort auf den Mann, nach dem sie fahnden wollten. Er hatte gehört, dass man nach ihm sucht.

Auf dem Hamelner Friedhof waren bereits im März neun Steinkreuze umgekippt und teils total beschädigt worden. Im Frühjahr betrug der Schaden etwa 30 000 Euro. Die Stadt denkt nun daran, einen privaten Sicherheitsdienst zu beauftragen.

Uwe Behmann

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