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Der Norden Leiche auf Klinikgelände: Warum wurde Vermisster erst so spät entdeckt?
Nachrichten Der Norden Leiche auf Klinikgelände: Warum wurde Vermisster erst so spät entdeckt?
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20:43 21.01.2019
Vor diesem Klinikflügel hat eine Mitarbeiterin den Leichnam des 67-Jährigen gefunden. Quelle: Foto: Chris Gossmann
Hildesheim

Fast drei Wochen lang hat ein vermisster Patient tot in einem Gebüsch vor dem St.-Bernward-Krankenhaus in Hildesheim gelegen. Eine Klinikmitarbeiterin entdeckte den Leichnam am Freitag zufällig in dem Gebüsch, teilte die Polizei am Montag mit. Sie hatte im Parterre ein Fenster zum Lüften geöffnet. Offenbar weil in diesen Räumen die untere Hälfte der Fenster mit Milchglasfolie beklebt ist, hatte dort zuvor niemand den leblosen Körper gesehen.

Aus dem Fenster gesprungen

Der 67-Jährige war in der Nacht zum 2. Januar vermisst gemeldet worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er am Abend des Neujahrstags aus dem Fenster eines öffentlich zugänglichen Aufenthaltsraums des Gebäudes gesprungen ist. Seitdem lag der Leichnam des Gesuchten in einem Busch vor der Fassade des sechsgeschossigen Krankenhausflügels. Es gebe keine Anzeichen für ein Fremdverschulden. Den Verletzungen nach zu urteilen sei der Mann durch den Sturz gestorben. Darum sei auch keine Obduktion des Leichnams geplant.

Der zeitweise orientierungslose 67-Jährige war zur Behandlung in der Klinik. Von seinem Verschwinden erfuhr die Polizei erstmals in der Nacht zum 2. Januar um 0.30 Uhr durch einen Anruf von Krankenhausmitarbeitern. Er war zuletzt um 20 Uhr gesehen worden.

„Alle Räume des Krankenhauses wurden durchsucht“

Das Krankenhauspersonal suchte nach Angaben von Kliniksprecherin Judith Seiffert noch in der Nacht sämtliche Räume aller zugänglichen Gebäudeteile ab – ohne Erfolg. „Alle Räume des Krankenhauses wurden durchsucht, viele auch mehrfach“, sagte Seiffert. Für die Suche auf dem Außengelände sei die Polizei zuständig gewesen.

Polizeibeamte suchten unter anderem mit einem Hubschrauber und einem Personenspürhund das Klinikgelände ab, sagte Polizeisprecher Jan Makowski. Zu keinem Zeitpunkt habe es einen Hinweis darauf gegeben, dass der 67-Jährige sich womöglich aus einem Fenster gestürzt haben könnte.

Ein zweites Mal waren Polizeibeamte am 4. Januar auf dem Areal im Einsatz. An dem Tag verfolgten die Ermittler eine Spur, die sich später als falsch herausstellen sollte.

Spürhund auf falscher Fährte

Ein Spürhund hatte im Eingangsbereich des Krankenhauses die Fährte des Vermissten aufgenommen und diese bis ans Ufer des Kalenberger Grabens verfolgt. Daraufhin rückten Helfer der DLRG mit einem Sonargerät an. Polizeitaucher suchten den Grund des Grabens ohne Ergebnisse ab. Auf am Hohnsensee waren DLRG und Polizeitaucher später im Einsatz.

Vermutlich war der 67-Jährige aus dem Gemeinschaftsraum gesprungen, weil sich die Fenster dort vollständig öffnen lassen – anders als in den Patientenzimmern, wo diese nur gekippt werden können. Das Krankenhaus will das nun nach Angaben der Sprecherin ändern: „Wir werden die Fenster in allen Räumen so umrüsten, dass sie nur noch auf Kipp zu öffnen sind.“

Von Jan Furhop

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