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Der Norden Hochwasser-Gefahr ist nicht gebannt
Nachrichten Der Norden Hochwasser-Gefahr ist nicht gebannt
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18:11 31.05.2013
Das Luftbild  zeigt das vollgelaufene Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden. Das Becken dient dem Hochwasserschutz des Leinetals in Südniedersachsen und ist das größte in Niedersachsen. Es schützt auch Hannover vor Hochwasser.
Das Luftbild  zeigt das vollgelaufene Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden. Das Becken dient dem Hochwasserschutz des Leinetals in Südniedersachsen und ist das größte in Niedersachsen. Es schützt auch Hannover vor Hochwasser. Quelle: dpa
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Hannover

Die Hochwasserlage in Niedersachsen hat sich leicht entspannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartete für Freitag zwar keine flächendeckenden Niederschläge mehr, rechnete aber mit weiteren Schauern im Süden und Osten des Bundeslandes. "Je weiter man im Südosten ist, desto näher kommt ein böses Tief", warnte Meteorologe Christoph Hartmann vom DWD am Freitag.

Trotz vorübergehender Entspannung keine Entwarnung: Zahlreiche Gegenden in Niedersachsen sind weiter überflutet. Auch nach tagelangen Überschwemmungen lässt der Wetterbericht noch nicht aufatmen - bis Samstag sind weitere Regenfälle gemeldet.

Neuer Regen könnte zahlreiche Flüsse weiter anschwellen lassen. "Der Boden ist gesättigt wie ein nasser Schwamm. Jeder weitere Regentropfen geht jetzt eins zu eins in die Flüsse", sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Brenzlige Lage im Einzugsgebiet von Aller, Oker und Leine

Im Harz könne es Starkregen von bis zu 35 Litern pro Quadratmetern geben. Brenzlig sei die Überschwemmungsgefahr nach wie vor im Einzugsgebiet von Aller, Oker und Leine. Die Pegel könnten dort wieder steigen. "Auch ohne Regen wird es viele Tage dauern, bis das Wasser wieder in die Flussbetten zurücksinkt", sagte die NLWKN-Sprecherin.

Niedersachsen leidet unter den Wassermassen. Viele Straßen und Wiesen sind überschwemmt, Wohnsiedlungen in Gefahr.

Die Lage an den Harzer Stauseen hat sich entspannt. Die Innerste- und die Eckertalsperre sind zwar immer noch fast bis zum Rand gefüllt. Die Harzwasserwerke lassen aber Wasser ins Harzvorland ab, um den Pegel der Stauseen zu senken. "Wir konnten die Talsperren zwischenzeitlich etwas entlasten", sagte Henry Bodnar, Sprecher der Wasserwerke.

Seit Beginn der Woche haben Überschwemmungen im Süden und Osten Niedersachsens Keller, Straßen und Kanäle überflutet und zu Großeinsätzen der Feuerwehr geführt. In der Region Hannover hatte das Hochwasser am Donnerstag ein Todesopfer gefordert. Eine Radlerin, die am Morgen von einer überfluteten Straße in der Nähe von Seelze in den Fluss Leine getrieben worden war, erlag den Folgen ihres Unfalls.

Ab Sonntag soll die Hochwassergefahr laut Deutschem Wetterdienst weitestgehend vorüber sein. "Nächste Woche geht es bergauf, 20 Grad kommen wieder", prognostizierte Meteorologe Hartmann.

Die Pegelstände der Flüsse in Niedersachsen können auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz online abgerufen werden.

dpa

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