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Der Norden Hohe Spritpreise erreichen Taxiunternehmen
Nachrichten Der Norden Hohe Spritpreise erreichen Taxiunternehmen
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15:06 22.08.2012
Foto: Die steigenden Spritpreise erreichen jetzt auch die Taxifahrer und deren Gäste.
Die steigenden Spritpreise erreichen jetzt auch die Taxifahrer und deren Gäste. Quelle: dpa
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Braunschweig

Nach den kräftig gestiegenen Spritpreisen müssen Taxikunden mit höheren Fahrtkosten rechnen. In fast allen niedersächsischen Städten und Landkreisen werden die Tarife steigen. „Ein deutschlandweiter Trend, größter Preistreiber ist der Diesel", sagte Harald Gast vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Der GVN hat bei fast allen Kommunen Anträge auf eine Tarifsteigung gestellt oder wird sie in den nächsten Wochen stellen. Einzige Ausnahme sei in Niedersachsen Hildesheim, dort gebe es eine schwierige Konkurrenzlage mit Mietwagen.

„Mit Taxifahren verdient man sich keine goldene Nase", sagte Wolfgang Pettau, Sprecher von 230, häufig ein Mann-Unternehmen in Hannover. Um etwa sechs Prozent sollen die Tarife auf 2,50 Euro für die Anfahrt und zwischen 1,60 bis 1,70 Euro pro Kilometer im Durchschnitt steigen. „Die meisten Fahrgäste haben Verständnis, da müssen wir nur mal an einer Tankstelle vorbeifahren", sagte Pettau.

Nach dem in Deutschland vorgeschriebenen Prozedere hatte ein unabhängiger Gutachter eine Kostensteigerung von 6,6 Prozent für die Taxiunternehmen ermittelt - neben den Spritpreisen werden darin auch Faktoren wie Reparatur-, Versicherungs- und Lohnkosten berücksichtigt. Bei den Kommunen müssen auf Grundlage dieses Gutachtens dann entsprechende Anträge gestellt werden, damit sollen die Verbraucher vor zu hohen Preisen geschützt werden.

„Die Bearbeitung liegt zwischen 6 und 18 Monaten", sagte Gast. Teils haben die Räte bereits zugestimmt, zum Beispiel in Braunschweig, Oldenburg, Goslar, Göttingen und im Kreis Cuxhaven. In Hannover will Gast den Antrag in den nächsten zwei Wochen einreichen. Kurzfristig gebe es nach Preiserhöhungen stets einen Einbruch. „Das reguliert sich aber schnell wieder, in Deutschland fährt schon lange niemand zum Spaß Taxi, sondern nur die, die es müssen", sagte Gast.

„Die Spritpreise tun uns richtig weh", sagt auch Klaus Hartjen, Geschäftsführer eines Unternehmens in Bremen. Doch in der Hansestadt bleiben die Preise vorerst stabil: „Wir hatten im November 2011 eine Erhöhung, im Moment sehen wir keinen Spielraum, den Kunden eine weitere Anhebung zuzumuten", sagte Ingo Heuermann von der Fachvereinigung Personenverkehr.

dpa