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Der Norden Jugendbande aus Uelzen vor Gericht
Nachrichten Der Norden Jugendbande aus Uelzen vor Gericht
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19:07 18.04.2012
Ortstermin: Die Angeklagten am Tatort in Uelzen. Quelle: dpa
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Uelzen

Sie stehlen, pöbeln, drohen, randalieren, setzen Zeugen und Journalisten unter Druck und schlagen bisweilen auch heftig zu. Seit einem Jahr versetzt die „Douglas-Bande“, die sich regelmäßig vor einer Parfümeriefiliale in Uelzen getroffen hat, Geschäftsleute und Passanten in der Stadt in Angst und Schrecken. Vor dem Landgericht Lüneburg hat daher gestern ein zweiter Prozess gegen die Bande begonnen. Angeklagt sind vier junge Männer zwischen 18 und 20 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung und des Versuchs der besonders schweren räuberischen Erpressung. Die Angeklagten wurden in Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt.

Drei der Beschuldigten sollen im November 2011 mit vorgehaltenem Messer in einen Gemüseladen gestürmt und Geld gefordert haben. „Zu deiner eigenen Sicherheit“, hatten sie gesagt. Als eine Kundin den Laden betrat, flüchteten die Eindringlinge, kehrten aber wieder zurück, um den Inhaber zu beschwichtigen.

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Außerdem haben die jungen Männer osteuropäischer und nordafrikanischer Herkunft laut Anklage im September 2011 einen Imbissbetreiber und dessen Sohn mit Schlägen und Fußtritten traktiert. Sie sollen mit einem Besenstiel zugeschlagen und den Imbissbetreiber die Treppe heruntergestoßen haben.

Sechs weitere Straftaten kommen noch hinzu: Drogenhandel, Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis. Um das Verfahren zu beschleunigen, hat die 1. Große Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg den Verfahrensbeteiligten gestern bei einem Gespräch hinter den Kulissen im Falle eines umfassenden Geständnisses einen Strafrabatt in Aussicht gestellt.

Einer der vier Verteidiger indessen forderte die Einstellung des Verfahrens. Durch die Berichterstattung in den Medien sei es zu einer Vorverurteilung gekommen, sagte der Anwalt. Mit einem fairen Verfahren könne nicht mehr gerechnet werden. Schon seit Monaten müssen sich zwei Angehörige der „Douglas-Bande“ wegen versuchten Totschlags verantworten. In der Nacht zum 2. Juli 2011 hatte der 19-jährige Ismail N. einem Passanten in der Uelzener Altstadt eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Als der 42-Jährige blutüberströmt am Boden lag, soll ein Kumpel noch mit dem Fuß auf den Kopf des Mannes eingetreten haben. Der Mann war zuvor einem Paar zu Hilfe geeilt, das von der Clique bedrängt worden war.

Heinrich Thies und Andreas Beck

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