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Der Norden Jugendtrainer nach Missbrauch in U-Haft
Nachrichten Der Norden Jugendtrainer nach Missbrauch in U-Haft
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22:32 14.09.2016
Quelle: Tim Schaarschmidt
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Lingen

So war der 24-Jährige 2014 wegen zweifachen sexuellen Missbrauchs in Papenburg zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden, wie der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer am Dienstag bestätigte. Die Strafe sei damals zur Bewährung ausgesetzt worden. Zudem sei ein weiterer Fall bekannt, in dem die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt.

Der Fall in Lingen war ins Rollen gekommen, als die Verantwortlichen des Vereins ein Führungszeugnis von dem 24-Jährigen verlangten. Das habe dieser nicht vorgelegt, sagte Rechtsanwalt Robert Koop, der den Verein vertritt, gestern auf Anfrage der HAZ. Trotzdem sei es gelungen, das Dokument „zu besorgen“, sagte Koop. Aufgrund der Vorstrafen sei die Zusammenarbeit mit dem Betreuer sofort beendet worden. „Außerdem haben wir den Verband und andere Vereine in der Umgebung vor dem Mann gewarnt.“

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Erst kurz darauf habe sich herausgestellt, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits zu dem Missbrauchsfall gekommen war. Und zwar nicht beim Training oder auf dem Vereinsgelände, sondern in der Wohnung des Verdächtigen, wie Koop betonte. Der mutmaßliche Täter soll dabei seine Position als Betreuer ausgenutzt haben. Er soll dem Kind, das bei ihm trainierte, gesagt haben, es werde bei Fußballspielen nicht mehr berücksichtigt, wenn es eine bestimmte sexuelle Handlung nicht vornehme.

Der 24-Jährige sei zum Zeitpunkt der Tat erst wenige Wochen lang als Betreuer im Verein tätig gewesen und habe auf andere Jugendtrainer einen sympathischen Eindruck gemacht und schien „mit Kindern umgehen zu können“, berichtete Koop. Zu Beginn seiner Tätigkeit sei zunächst kein Führungszeugnis verlangt worden, weil es sich um ein Ehrenamt gehandelt habe.

Der Niedersächsische Fußballverband hat bei diesem Thema klare Richtlinien. „Jeder, der im Jugendbereich tätig sein will, muss vorher ein Führungszeugnis vorlegen“, sagte Peter Borchers, Mitarbeiter der Verbandspressestelle in Barsinghausen.

Dem Verdächtigen droht bei einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe, wenn die Bewährung der Fälle in Papenburg widerrufen wird. Die Ermittlungen werden sich aber wegen der verschiedenen Tatorte noch lange hinziehen, kündigte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer an: „Das wird Monate dauern.“

Von Gerko Naumann

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