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Der Norden Kassenärzte warnen vor Kahlschlag
Nachrichten Der Norden Kassenärzte warnen vor Kahlschlag
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19:22 16.11.2014
Von Jens Heitmann
Flächendeckende ambulante Versorgung gefährdet? Die Kassenärzte wehren sich gegen die Pläne des Bundes.
Flächendeckende ambulante Versorgung gefährdet? Die Kassenärzte wehren sich gegen die Pläne des Bundes. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Hannover

Ziel des geplanten Gesetzes ist es unter anderem, die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern und das Überangebot in den Ballungsgebieten zu verringern sowie die Wartezeiten für die Patienten auf einen Termin zu verkürzen. Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) könnte die Reform jedoch das Gegenteil bewirken. „Sie gefährdet die flächendeckende ambulante Versorgung“, sagte Vorstandschef Mark Barjenbruch der HAZ.

Berechnungen der KVN zufolge stehen in Niedersachsen fast 1400 Facharztpraxen, 630 Psychotherapeuten und fast 160 Hausarztpraxen zur Disposition. Bezogen auf die Region Hannover könnten mittelfristig die Praxen von mehr als 200 Fachmedizinern und zehn Hausärzten wegfallen. Ein solcher „Kahlschlag“ träfe jedoch auch das Umland, „weil die vermeintlich überversorgten Großstädten das ländlichere Umland zu einem erheblichen Teil mitversorgen“, sagte Barjenbruch.

Kritik üben die Kassenärzte auch an der geplanten Termingarantie bei Fachärzten. Man könne nicht Praxen in großem Stil abbauen und gleichzeitig eine Garantie für schnellere Behandlungen einfordern, hieß es. Wer zu lange Wartezeiten beklage, dürfe nicht das Angebot verkleinern.

Zudem stören sich Ärzte an der stärkeren Konkurrenz durch Krankenhäuser. Laut Gesetzentwurf sollen Kliniken in Regionen, in denen es nicht genug niedergelassene Mediziner gibt, auch in die ambulante Behandlung einsteigen dürfen - auch ohne Rücksicht auf vorhandene Praxen in der Nähe.

„Dies ist absurd“, sagte Barjenbruch. In Niedersachsen würden in den kommenden Jahren diverse Krankenhäuser geschlossen. Schon heute fehle es in den Kliniken an Hausärzten. Eine Öffnung der Krankenhäuser verbessere daher die Versorgung auf dem Lande nicht, sie gefährde aber bestehende Praxen.

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