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Der Norden Kleinere Randale in Hamburg zum 1. Mai
Nachrichten Der Norden Kleinere Randale in Hamburg zum 1. Mai
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07:36 02.05.2012
Zwischen Demonstranten und Polizei kam es am Dienstag in Hamburg zu Auseinandersetzungen. Quelle: dpa
Hamburg

Hamburg hat anders als in früheren Jahren einen vergleichsweise ruhigen 1. Mai ohne massive Krawalle erlebt. Nach der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ am Dienstagabend kam es im Schanzenviertel allerdings vereinzelt zu Ausschreitungen. Steine, Flaschen und Böller flogen auf Beamte, Knallkörper wurden gezündet, einige Müllcontainer brannten. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen zumeist linke Demonstranten vor. Sie nahm insgesamt 23 Personen vorläufig fest, 12 kamen in Gewahrsam. Fünf Polizisten wurden verletzt.

Unter dem Motto „Keine Alternative zur Revolution!“ waren am Dienstagabend gut 1400 Menschen von den St. Pauli-Landungsbrücken über die Reeperbahn bis in den Stadtteil Ottensen gezogen. Schon dabei warfen einige Demonstranten Böller auf die Einsatzkräfte und zündeten bengalische Feuer. Die Stimmung sei „ein bisschen aufgeheizt“, sagte eine Polizeisprecherin. Mehr als 1000 Beamte bildeten ein dichtes Spalier, auch die Reiterstaffel war dabei. Ein Pferd wurde ebenfalls mit einem Böller beworfen.

Bei der Schlusskundgebung in Ottensen wurden Polizisten erneut mit Böllern, Flaschen und Steinen attackiert. Einige Demonstranten waren vermummt. Die Ausschreitungen verlagerten sich anschließend in das Schanzenviertel. Rund um das alternative Kulturzentrum Rote Flora setzte die Polizei Wasserwerfer ein. „Aufgrund der Angriffe auf Einsatzkräfte mit Flaschen, Böllern und Steinen wurde Wasser abgegeben“, sagte die Sprecherin.

Fünf Polizisten verletzt

Insgesamt wurden laut Polizei fünf Beamte verletzt, drei von ihnen konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Demonstranten beschädigten vier Scheiben einer Sparkasse. Bei einem Streifenwagen ging eine Scheibe zu Bruch. Im Anschluss an die Mai-Demo war es in der Schanze auch in den vergangenen Jahren zu Randale gekommen.

Einige Demonstranten machten sich über die Polizei lustig: Sie hefteten sich an die Fersen der Beamten, die in kleinen Gruppen durch das Viertel streiften - und liefen wie bei einer Polonaise hinter ihnen her. Dabei riefen sie: „Ganz Hamburg hasst die Polizei“. Nach Mitternacht leerte sich das Schanzenviertel allmählich.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Hamburg, Gerhard Kirsch, erklärte: „Es waren wieder Gewalttäter am Werk, die mit unserer Demokratie, dem freiheitlichen Staatsgedanken und dem Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit anderer nichts im Sinn haben.“

Der Vorabend des 1. Mai, die Walpurgisnacht, verlief in diesem Jahr dagegen wie erwartet friedlich. Nur am frühen Dienstagmorgen wurden einige Mülltonnen und Abfall in der Nähe des alternativen Kulturzentrums Rote Flora angezündet, hieß es bei der Polizei. „Etwa 60 Personen waren auf der Straße.“ Als das Feuer erloschen war, hätten die Demonstranten die Reste selbst wieder weggeräumt. Bei Temperaturen wie an einem Sommerabend hatten zuvor am Montagabend Hunderte Menschen in Straßencafés und Bars gefeiert.

Anders als im Vorjahr richtete die Polizei kein Gefahrengebiet rund um das Schanzenviertel ein. In einem solchen Gebiet können Beamte ohne konkreten Verdacht Passanten durchsuchen oder in Gewahrsam nehmen sowie Platzverweise erteilen.

dpa

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