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Der Norden Lagerfeuer gerät außer Kontrolle
Nachrichten Der Norden Lagerfeuer gerät außer Kontrolle
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22:59 20.05.2012
Von Gabriele Schulte
Foto: Die Schwerverletzten mussten mit einem Rettungshubschrauber in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht werden.
Die Schwerverletzten mussten mit einem Rettungshubschrauber in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht werden. Quelle: zur Nieden
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Kirchlinteln

Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen einen 26 Jahre alten Betreuer, der Brennspiritus in die Glut geschüttet hatte, um das Lagerfeuer neu zu entfachen.

„Er bestreitet den Sachverhalt nicht“, sagte Polizeisprecher Jürgen Menzel am Sonntag. Der Betreuer, der äußerlich unverletzt blieb, solle aber erst am Montag ausführlich vernommen werden. Brandopfer sind vier Jungen im Alter von 16, 17, 18 und 19 Jahren und eine 26 Jahre alte Frau. Die drei, die direkt von der Stichflamme erfasst wurden, erlitten schwere Verbrennungen am ganzen Körper, auch im Gesicht. Die beiden anderen versuchten, Kleidung ihrer Freunde zu löschen und trugen dabei Verbrennungen an den Händen davon.

Die Schwerverletzten wurden mit Rettungshubschraubern in Kliniken nach Verden, Hannover und Hamburg gebracht. Der 19-Jährige, den es am schlimmsten getroffen hatte, musste wegen seiner starken Schmerzen in ein künstliches Koma versetzt werden. Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben aber nicht.   

Die jungen Leute waren über Himmelfahrt zu einem Mittelaltertreffen mit Rollenspielen auf dem Gelände des Pfadfinderheims Hasenheide in der Gemeinde Kirchlinteln zusammengekommen; die Pfadfinder traten dabei nur als Vermieter auf. Nach dem Brand, der den Einsatzkräften um kurz nach Mitternacht gemeldet wurde, kümmerten sich fünf Ärzte um die Verletzten. Zeugen, die das Unglück beobachtet oder Erste Hilfe geleistet hatten, standen unter Schock und wurden von drei Notfallseelsorgern betreut.

Insgesamt waren acht Rettungswagen und drei Hubschrauber im Einsatz. Die Feuerwehr Verden wurde um Hilfe gebeten, ihre Freiwilligen leuchteten den Platz vor dem Kreiskrankenhaus für die nächtliche Hubschrauberlandung aus.

Einige Eltern holten ihre Kinder am Wochenende vorzeitig aus dem in einem Waldgebiet gelegenen Lager ab, nachdem sie von dem Unglück erfahren hatten. Wie Polizeisprecher Menzel sagte, wurde das Camp aber nicht abgebrochen, weil die Jugendlichen nicht mit den psychischen Folgen allein gelassen werden sollten.

Unglücke, die auf diese Weise entstehen, gebe es leider jedes Jahr wieder, sagte der Polizeisprecher. „Man kann nicht oft genug davor warnen, Brandbeschleuniger in die Glut zu kippen“, meinte er. „Die Leute tun es leider trotzdem.“ Das Tragische in Kirchlinteln seien die besonders schweren Verletzungsfolgen.

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