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Der Norden 25 Millionen Euro für Hochwasserschäden
Nachrichten Der Norden 25 Millionen Euro für Hochwasserschäden
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22:41 03.08.2017
Von Heiko Randermann
Für die Folgen des Hochwassers stellt das Land Niedersachsen 25 Millionen Euro zur Verfügung. Quelle: dpa/Archiv

10 Millionen Euro fließen an Privathaushalte. Am schnellsten soll die Soforthilfe ausgezahlt werden: Sobald der Landtag dem Hilfsprogramm zugestimmt hat, was voraussichtlich in zwei Wochen geschieht, sollen Erwachsene pauschal 500 Euro und Kinder 250 Euro beantragen können. Maximal zahlt das Land 2500 Euro je Haushalt, bei besonderen sozialen Notlagen können bis zu 20 000 Euro beantragt werden. Das Geld kann zum Beispiel dafür genutzt werden, neue Möbel und Kleidung zu kaufen oder kaputtgegangene Geräte zu ersetzen.

Während sich die Lage in vielen Teilen Niedersachsens nach dem Hochwasser langsam entspannt, drohen in Hildesheim die Dämme zu brechen: Das Wasser in der Domstadt steigt wieder.

15 Millionen Euro des Hilfspakets sind für die Kommunen gedacht. In den Kreisen Hildesheim, Goslar und Wolfenbüttel hatte das Hochwasser große Schäden verursacht. Er sei dankbar für die Hilfe des Landes, sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk der HAZ. „Aber ob es reicht, scheint fraglich.“ Er schätzt den Schaden allein in Goslar auf 2,5 Millionen Euro, der Kreis Hildesheim geht von einer hohen zweistelligen Millionensumme aus.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) deutete an, dass die Hilfe des Landes nicht auf die 25 Millionen Euro begrenzt bleibt. Die Erfahrungen der Elbeflut 2013 hätten gezeigt, dass diese Summe zusammen mit den bereits versprochenen Steuererleichterungen in einem ersten Schritt ausreichen werde. Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) sagte, er gehe davon aus, dass 2018 weitere Zahlungen fällig würden.

Anhaltender Dauerregen hat im südlichen Niedersachsen zu Überschwemmungen geführt. Zahlreiche Straßen standen unter Wasser, Bäche traten über die Ufer.

Keine genauen Angaben machte die Landesregierung zu Hausbesitzern, die keine Elementarversicherung abgeschlossen haben und nun nicht wissen, wie sie ihre Schäden bezahlen sollen. Diese Policen sichern unter anderem Risiken durch Überschwemmungen ab. Die Fälle würden einzeln überprüft, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). „Man muss schauen, ob es eine besondere Bedürftigkeit gibt.“ Grundsätzlich wolle das Land darauf hinwirken, dass die Hausbesitzer selbst gut vorsorgen, sagte Wenzel. Das sei der Kurs aller Bundesländer.

Damit spielt Wenzel auf einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom Juni an: Die Länder wollen darauf hinwirken, dass mehr Menschen Elementarversicherungen abschließen. Finanzielle Hilfe soll es dann bei Naturkatastrophen nur noch für die geben, die sich nachweislich eine Versicherung nicht leisten konnten. Bayern hat bereits angekündigt, diesen harten Kurs ab Juli 2019 umzusetzen. Niedersachsen hat einen solchen Beschluss bislang aber nicht gefällt.    

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