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Der Norden Land will 500 neue Ausbildungsplätze schaffen
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00:22 07.05.2018
Erzieherinnen sind gesucht. Viele Kitas finden kaum Bewerber auf offene Stellen. Quelle: Archiv
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Hannover

 Mit rund 500 zusätzlichen Ausbildungsplätzen, einem leichteren Quereinstieg etwa für Ergotherapeuten, Logopäden und Kinderkrankenpfleger, einer Ausbildungsvergütung und die Abschaffung des Schulgelds an Privatschulen will die Landesregierung den Erzieherberuf attraktiver machen und dem Nachwuchsmangel begegnen. Das hat eine Vertreterin des Kultusministeriums am Freitag im Kultusausschuss des Landtages deutlich gemacht. Schulen sollen bei der Landesschulbehörde sogenannte Sondereinstellungsermächtigungen beantragen, um mehr Lehrer für die Erzieherausbildung einstellen zu können. „Niedersachsen-Plan“ nennt das Ministerium sein Maßnahmenbündel.

So viele Schüler in der Ausbildung wie noch nie

Zwar sind derzeit rund 14.000 Schüler in der Erzieherausbildung – so viele wie in den vergangenen zehn Jahren nicht, andererseits wächst der Bedarf, weil Eltern immer längere Betreuungszeiten für ihre Kinder wünschen und erst in Krippen, später aber auch in Kindergartengruppen eine dritte Fachkraft eingeführt werden soll. Viele Einrichtungen haben schon jetzt erhebliche Schwierigkeiten, freiwerdende Stellen zu besetzen. Und mit der Abschaffung der Kitagebühren im August dürfte der Wunsch  nach Ganztagsplätzen noch einmal wachsen.

Derzeit dauert die vollschulische Erzieherausbildung insgesamt vier Jahre, zunächst zwei Jahre bis zum sozialpädagogischen Assistenten und dann noch einmal zwei Jahre zum Erzieher. In den Ferien sind oft Praktika in Kitas zu absolvieren. An Privatschulen ist in der Regel ein Schulgeld zu zahlen, das will die Landesregierung bis Ende des Jahres abschaffen. Ob das Land die Kosten dann direkt an die Fachschulen oder an die Schüler zahlt, ist noch offen.

Aber der Bedarf wächst und wächst

Um den Quereinstieg zu erleichtern, sollen Interessenten aus artverwandten Berufen, wie Ergotherapeuten, Logopäden, Atem-, Sprech- und Stimmlehrer und Krankenpfleger künftig nicht mehr die Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten absolvieren müssen, sondern direkt in die Erzieherausbildung einsteigen können. Voraussetzung ist allerdings, dass sie mindestens 600 Stunden Praxis in ihrem Job vorweisen können. 

In einem Modellversuch sollen Bewerber berufsbegleitend zu Sozialassistenten qualisifiziert werden. Hier starten gerade erst die Gedankenspiele, Schüler könnten frühstens im Sommer 2019 in das Modellvorhaben aufgenommen werden. Ziel sei es, in einer Region mit dieser dualisierten Ausbildung zu beginnen.

Björn Försterling (FDP) nannte diese Pläne noch sehr vage. „Der Niedersachsen-Plan entpuppt sich als Überschrift ohne Inhalt. Wenn man im August 2018 erst mit einem Innovationsvorhaben beginnen will darüber nachzudenken, wie man eine Ausbildungsvergütung schaffen kann, hat man eben keinen Plan, sondern nur eine Überschrift.“ Er forderte eine Ausbildungsvergütung ab Januar 2019.

Unterrichtung über vorschulische Sprachförderung wird vertagt

Die Opposition scheiterte im Ausschuss zudem mit ihrem Antrag auf eine sofortige Unterrichtung über die Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung in die Kitas, die ab August in den Kitas laufen soll. Das Ministerium will am nächsten Montag in einer Pressekonferenz Details dazu vorstellen, Grüne und FDP meinten, dann sollten doch auch die Kultuspolitiker  des Landes darüber informiert werden. SPD und CDU meinten, eine Unterrichtung sei wichtig, aber nicht sofort, sondern in eine der nächsten Sitzungen, vermutlich erst Ende Mai oder im Juni.

Weiteres Thema war die Umstruktierung im Ministerium und die Zusammenlegung von Gesamtschulen und Gymnasien in einem Referat. Beide Schulformen führten zum Abitur, sagte Andreas Stein vom Ministerium, das lege die organisatorische Zusammenlegung nahe. Während der Gesamtschulverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) darin eine Diskriminierung der Gesamtschulen sehen, spricht Stefan Politze (SPD) von einer Aufwertung.

Von Saskia Döhner

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