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Der Norden Landeskriminalamt wertet Großeinsatz gegen Rocker 2012 als Erfolg
Nachrichten Der Norden Landeskriminalamt wertet Großeinsatz gegen Rocker 2012 als Erfolg
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09:56 23.05.2013
Ein Jahr nach dem länderübergreifenden Schlag gegen die Rockerkriminalität im Norden bewertet das Landeskriminalamt den Einsatz als Erfolg. Quelle: dpa
Kiel

Ein Jahr nach dem länderübergreifenden Schlag gegen die Rockerkriminalität im Norden betrachtet das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein den Einsatz als Erfolg. „Wir haben einen tiefen Einblick in einen Bereich der Organisierten Kriminalität erhalten, der der Polizei lange verborgen war“, sagte der Leiter des Dezernates Organisierte Kriminalität, Mathias Engelmann, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. An etlichen Ermittlungsverfahren arbeite die Sonderkommission Rocker weiterhin mit großem personellem und zeitlichem Aufwand.

Bei der Großrazzia am 24. Mai 2012 hatten 1200 Polizisten 89 Bordelle, Gaststätten und Wohnungen vor allem in Schleswig-Holstein, aber auch in Hamburg und Niedersachsen durchsucht. Die Mitglieder des verbotenen Vereins Hells Angels MC Kiel würden seitdem deutlich zurückhaltender in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten und seien nicht mehr bei Gewalttätigkeiten aufgefallen, sagte Engelmann. „Sie bewegen sich jedoch weiterhin in ihren angestammten Geschäftsfeldern.“

„Bundesweit wurden viele Ortsvereine der Rocker aufgelöst, um einem Verbot zuvorzukommen“, sagte Engelmann. Aus dem gleichen Grund würden Mitglieder in andere Ortsvereine verschoben. Zudem gebe es bei den Rockern Abwanderungstendenzen ins Ausland. „Die Lage in Schleswig-Holstein ist zurzeit ruhig.“ Die Rocker versuchen weiter, ihren Machtbereich zu erhalten. „Konkurrenz konnte sich bislang nicht mit dem von ihr beabsichtigten Erfolg etablieren.“ Die Rockerbande Mongols Kiel spiele keine Rolle mehr.

Nach der Razzia im Mai vergangenen Jahres hatten Spezialisten wochenlang in einer Lagerhalle in Altenholz bei Kiel erfolglos nach dem Leichnam des seit 2010 spurlos verschwundenen Türken Tekin Bicer gesucht. Letztlich wurde der Bau komplett abgetragen. „Zur Abklärung einer Spur in einem Tötungsdelikt war es unumgänglich, den Rückbau der Halle zu betreiben“, verteidigte Engelmann das Vorgehen.

Die Eigentümerin der Halle, eine Lebensgefährtin eines Rockers, fordert vom Land rund 500.000 Euro Entschädigung. „Es ist Angehörigen von Getöteten und der Bevölkerung nicht zu vermitteln, wenn aus finanziellen Gründen nicht nach dem Verbleib einer Leiche gesucht werden würde“, erklärte Engelmann.

Der Rocker-„Aussteiger“ Steffen R. hatte als Hauptbelastungszeuge ausgesagt. An der Glaubwürdigkeit des Mannes wurden danach jedoch Zweifel laut. Er soll angeblich V-Mann in Sachsen-Anhalt gewesen sein. Der Kronzeuge werde weiter vernommen, sagte Engelmann und fügte hinzu: „Bis heute hat die Soko Rocker keinen konkreten Anhaltspunkt für eine bewusste Lüge gefunden.“

dpa

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