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Der Norden Mädchenmörder Rieken bleibt in Haft
Nachrichten Der Norden Mädchenmörder Rieken bleibt in Haft
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18:55 20.03.2012
Von Karl Doeleke
Der Mann der ein Doppelleben als Familienvater und Mörder führte: Ronny Rieken im November 1998 vor dem Landegericht in Oldenburg. Quelle: dpa
Lüneburg

Ronny Rieken bleibt in Haft. Das Landesgericht Lüneburg hat es abgelehnt, die lebenslange Freiheitsstrafe des Mädchenmörders in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, muss Rieken, der in der Haft den Geburtsnamen seiner Ehefrau angenommen hat, noch mindestens weitere neun Jahre bis 2021 im Gefängnis bleiben. Dann werde noch einmal geprüft, ob die Aussetzung seiner Strafe zur Bewährung in Betracht komme.

Die grausamen Tode der Mädchen Ulrike E. und Christina N. hatten im Sommer 1998 bundesweit Entsetzen hervorgerufen. 1996 hatte Rieken die damals 13-jährige Ulrike aus dem Kreis Ammerland und im März 1998 die elfjährige Christina aus dem Kreis Cloppenburg entführt, vergewaltigt und dann erdrosselt.

Jäger fanden 1998 die Leiche von Christina in einem Wald bei Lorup im Emsland. Ulrike wurde da schon seit zwei Jahren vermisst. Vorausgegangen war eine groß angelegte Suchaktion nach dem Mädchen: Freiwillige durchkämmten 1500 Quadratkilometer Gelände. Selbst die Bundeswehr unterstützte die Suche aus der Luft.

An der Leiche von Christina fanden die Experten des Landeskriminalamts Niedersachsen (LKA) Spermaspuren. Daraufhin wurde der bis dahin größte Massengentest in der Kriminalgeschichte angeordnet: 18000 Männer aus Niedersachsen im Alter von 18 bis 33 wurden zu Ostern zur Speichelprobe gebeten. Ein sogenannter Profiler hatte die Tätergruppe soweit eingegrenzt, erinnert sich Michael Gerhard, der beim LKA die Ermittlungen nach dem Sexualverbrecher leitete. "Der Spermafund hat damals den Durchbruch gebracht. Daraus konnten wir ein männliches DNA-Muster identifizieren." Rieken erschien zur Speichelprobe und gestand.

Der bis dahin größte Massengentest in der Kriminalgeschichte war wegweisend für die heutige Arbeit der Kriminalpolizei. "Die Erkenntnisse von damals führten dazu, dass man die Analysedatei beim Bundeskriminalamt eingeführt hat", sagt Meinhard Hahn, Leiter der DNA-Analyse beim Landeskriminalamt. Im September 1998 trat das "DNA-Identitätsfestellungsgesetz" in Kraft. Seitdem werden beim Bundeskriminalamt die genetischen Fingerabdrücke von Sexualstraftätern, Mördern und anderen Verbrechern gespeichert.

Die inzwischen knapp eine Million Datensätze können seitdem mit Blut, Speichel, Haaren oder Hautschuppen verglichen werden, die an Tatorten sichergestellt wurden.

Bevor Rieken in neun Jahren noch einmal die Gelegenheit bekommt, Bewährung zu beantragen, muss er beweisen, dass er sich mit seinen Taten und seinen dafür verantwortlichen Persönlichkeitsdefiziten ernsthaft auseinandergesetzt hat. Das sei bisher nicht geschehen, weshalb eine vorzeitige Entlassung nicht in Betracht komme, entschieden die Richter. In seinem Urteil hatte das Landgericht Oldenburg 1998 die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Diese sei durch die Umstände der Haft nicht soweit ausgeglichen, dass eine vorzeitige Entlassung nicht infrage komme.

1998 hatte Rieken neben den Morden an Ulrike und Christina weitere schwere Sexualdelikte an zwei acht und neun Jahre alten Mädchen gestanden sowie die Vergewaltigung einer 15-Jährigen.

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