Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Mehrere Wolfsburger IS-Kämpfer gestorben
Nachrichten Der Norden Mehrere Wolfsburger IS-Kämpfer gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 08.05.2015
Mehrere Wolfsburger, die zum Kämpfen nach Syrien und in den Irak gereist sind, sollen mittlerweile tot sein. Quelle: dpa/Symbolbild
Anzeige
Wolfsburg

Ihre Kampfeslust hat einigen Dschihadisten aus Wolfsburg das Leben gekostet. Das niedersächsische Landeskriminalamt geht davon aus, dass rund die Hälfte der mehr als zehn ausgereisten Islamisten aus der VW-Stadt in den Kampfgebieten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak gestorben ist. Offiziell bestätigen könne das LKA die Zahl der Toten aber nicht, sagte eine Sprecherin. Es gebe bislang keine Angaben der Behörden vor Ort. Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" berichtete, dass vermutlich acht von 15 Kämpfern gestorben seien.

Die VW-Stadt gilt als eine Art Hochburg der Salafistenszene in Niedersachsen. Insgesamt soll es dort rund 50 junge radikale Islamisten geben. Mitte Januar nahmen LKA-Beamte einen 26 Jahre alten Terrorverdächtigen fest. Der Deutsch-Tunesier soll sich der IS-Terrormiliz angeschlossen haben. Bereits im November war ein Syrien-Heimkehrer und mutmaßlicher IS-Kämpfer verhaftet worden. Landesweit gab es im vergangenen Jahr 20 Ermittlungsverfahren aufgrund von islamistischem Terrorismus.

Anzeige

Anfang April gingen die Behörden davon, das etwa 50 Islamisten aus Niedersachsen in Richtung Syrien ausgereist sind. Zu ihrem Schicksal im Irak und in Syrien liegen dem niedersächsischen LKA nach eigenen Angaben aber hauptsächlich unzuverlässige Quellen vor, etwa Angaben von Angehörigen oder Einträge in sozialen Netzwerken. „Wir erfahren davon nicht immer“, sagte die Sprecherin. Einige angebliche Todesfälle seien zwar bekannt, aber nicht überprüfbar. Das gelte auch für einen 25-jährigen Wolfsburger, über den die „Bild“-Zeitung berichtet hatte. Sein Bruder soll im Februar per Telefon über seinen Tod informiert worden sein.

Laut LKA reisen immer mehr Krieger aus Niedersachsen in die Kampfgebiete. „Wenn wir Hinweise haben, versuchen wir sie an der Ausreise zu hindern“, sagte die LKA-Sprecherin. Das würde aber nicht immer klappen. Anfang April wehrte sich der Vize-Chef des LKAs, Thomas Ring, gegen Vorwürfe, Dschihadisten nicht ausreichend an der Ausreise gehindert zu haben. Für einen Passentzug müsse es gerichtsverwertbare Hinweise geben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass bis Mitte April insgesamt 680 Islamisten aus der Bundesrepublik in Richtung der Kampfgebiete des IS ausgereist sind. Es gebe Hinweise, dass rund 85 von ihnen in Syrien oder dem Irak gestorben seien. Gut 230 Islamisten seien zurück in Deutschland.

dpa

Mehr zum Thema
Der Norden Mutmaßlicher Terrorist in Wolfsburg - Letzte Station vor dem Dschihad

Der Wolfsburger Ayoub B. ließ sich in einem Trainingslager des „Islamischen Staats“ zum Krieger ausbilden. Am Donnerstagabend wurde der Syrien-Rückkehrer verhaftet. Was lehrt sein Fall?

16.01.2015
Deutschland / Welt Was reizt Jugendliche am IS? - Vom Klassenzimmer in den Krieg

Lamya Kaddor ist seit zehn Jahren Lehrerin in Dinslaken-Lohberg. Aus dem Stadtteil gingen rund 25 Jugendliche als Kämpfer zum IS, unter anderem Philip B. und Mustafa K. Jetzt sucht sie nach den Gründen.

11.02.2015
Niedersachsen Politische Gewalt in Niedersachsen - Islamistischer Terror hält Polizei in Atem

Innenminister Boris Pistorius freut sich über einen Rückgang der politisch motivierten Straftaten im Land. Extremisten aus dem rechten und linken Lager gehen seltener aufeinander los. Dafür stellen radikale Salafisten die Ermittler vor neue Probleme.

Heiko Randermann 05.05.2015
Der Norden 33-Jähriger flüchtet nach Unfall - Betrunkener fährt gegen Baum und geht nach Hause
08.05.2015
08.05.2015
07.05.2015