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Der Norden Mit 15.222 Pinguinen ins Guinness-Buch
Nachrichten Der Norden Mit 15.222 Pinguinen ins Guinness-Buch
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16:45 17.09.2013
Eigentümerin Birgit Berends sitzt in einer Sammlung aus Plüschpinguinen im Pinguin-Museum in Cuxhaven. Quelle: dpa
Cuxhaven

Viermal hat es Birgit Berends schon mit ihrer Pinguinsammlung ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft: Das erste Mal, vor sieben Jahren, hatte sie 2520 Exemplare der flugunfähigen Seevögel. „Lächerlich“, sagt die 40-Jährige aus Cuxhavenerin heute. Im aktuellen Guinness-Buch ist sie mit gut 11.000 Stück aufgelistet. Inzwischen besitzt sie exakt 15.222 Pinguine und will auch damit den Rekord knacken.

Gründe fürs Sammeln gibt es nach Angaben von Brauchtumsforscherin Dagmar Hänel viele. „Sammlungen repräsentieren ein Bedürfnis nach Statusdemonstration, wenn Dinge mit hohem Wert gesammelt werden“, sagt Hänel. Da man sich intensiv mit seinen Objekten beschäftigte, eigne man sich oft auch großes Wissen an. Die Exponate würden zudem meist nach einem bestimmten System geordnet. „Ordnungen vermitteln Sicherheit und Vertrauen“, sagt Hänel.

Mit der Massenproduktion wüchsen zudem die Möglichkeiten. „Ich denke, es gibt nichts, das nicht gesammelt wird“, betont die Volkskundlerin. Tiere bilden da keine Ausnahme, und Pinguine sind nicht nur bei Birgit Berends beliebt. „Allein in Cuxhaven kenne ich noch drei andere Pinguinsammler“, sagt Berends.

Ihre Leidenschaft fing an, als sie knapp 18 Jahre alt war. Sie hatte durch Zufall die Kinder-Trickfilmserie „Pingu“ im Fernsehen gesehen – und beschloss, fortan Pinguine zu sammeln. „Die ersten zwölf Jahre war das noch ein ganz normaler Sammeltick“, sagt die Diplom-Mathematikerin. Als sie dann vor zehn Jahren mit ihrem Mann Stefan Kirchhoff, einem Musiker, zusammenzog, brachte dieser das Hobby richtig in Schwung. „Er hat zu mir gesagt: Wenn Du weiter sammelst, dann will ich mit Dir ins Guinness-Buch der Rekorde.“

Dann ging es los. „Eine Zeit lang waren wir sehr aktiv bei Ebay. Das ist für uns aber nicht mehr so spannend“, sagt Berends. Die meisten im Internet angebotenen Sachen habe sie bereits – oder sie sind zu teuer. Sie übernahm zudem einige Sammlungen von anderen Pinguin-Liebhabern, die ihre Exemplare abgeben wollten.

Irgendwann reichte der Platz im Haus von Birgit Berends und Stefan Kirchhoff nicht mehr für die Sammlung. Eine Lösung für das Problem musste her. Die Idee von einem eigenen Pinguin-Museum hatte das Paar schon lange. „Dann haben wir einfach Nägel mit Köpfen gemacht.“ In der Cuxhavener Innenstadt fand das Paar geeignete Räume, im März 2009 wurde Eröffnung gefeiert. „Seitdem hatten wir bereits über 18 000 Besucher“, sagt Birgit Berends stolz.

Nach eigenen Angaben betreibt sie bundesweit das einzige Pinguin-Museum – und das ehrenamtlich. „So verrückt ist sonst keiner“, schmunzelt sie. Eine öffentliche Förderung erhält das Museum nicht. Die Miete für die Räume finanziert das Paar über Spenden der Besucher. Regelmäßig bietet es am Wochenende Führungen an. Dann werden die Geschichten hinter den Kugeln, Tellern, Puzzles, Kuscheltieren und den drei echten ausgestopften Tieren erzählt.

Das kleinste Ausstellungsstück, dass sie hat, misst gerade mal einen halben Zentimeter, das größte 1,90 Meter. „Wir hätten gerne auch eine Pinguin-Gießkanne und eine Pinguin-Kuckucksuhr“, sagt Berends. „Das haben wir bislang noch nicht gefunden.“ Ausgestellt ist nur ein Viertel der Sammlung - für mehr ist auch im 130 Quadratmeter großen Museum kein Platz. Der Rest ist zu Hause. „Vom Keller bis zum Dachboden stehen überall Pinguine“, lacht Berends.

Anfang 2014 will sie sich für den fünften Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde bewerben. Dass ihr ein anderer Sammler in die Quere kommen könnte, befürchtet sie nicht. Ihr nächstes Ziel aber wird sie bis zum Bewerbungsschluss nicht erreichen: „Die 20 000 werden wir dann noch nicht geknackt haben“, sagt sie.

Janet Binder/dpa

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