Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Erneuter Wolf-Angriff in Goldenstedt?
Nachrichten Der Norden Erneuter Wolf-Angriff in Goldenstedt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:58 26.10.2015
Neu tote Moorschnucken hat ein Schäfer in Goldenstedt schon zu beklagen. Nun soll eine DNA-Analyse klären, ob es ein Wolf war. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Goldenstedt

Nun soll eine DNA-Untersuchung beweisen, ob es sich bei dem Angreifer tatsächlich um einen Wolf handelt.

Offenbar hat ein Wolf bei Goldenstedt ein Schaf gerissen - drei weitere Tiere der angegriffenen Herde mussten eingeschläfert werden. Erst vor knapp vier Wochen hatte Tino Barth neun Schafe verloren und daraufhin die Sicherheitsmaßnahmen um seine Weiden erhöht. Doch trotz 1,60 Meter hoher Elektro-Zäune und mehrerer Schutzesel hat der Schäfer aus Twistringen im Landkreis Vechta am Montag erneut ein totes und mehrere schwerverletzte Tiere gefunden - und das auf einer Weide, die direkt an Wohnhaus grenzt. 

Anzeige

„Wir haben alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, aber unsere Tiere sind immer noch nicht sicher“, sagt Sebastian Ostmann, Sprecher des Landes-Schafzuchtverbands Weser-Ems, der stellvertretend für Barth spricht. Besonders ärgerlich sei, dass die angegriffenen Schafe zur vom aussterben bedrohten Rasse der Moorschnucken gehören. „Zur Zeit werden alle 20 Tiere untersucht. Einige sind so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden müssen“, sagt Ostmann, der sich absolut sicher ist, den Angreifer zu kennen.

Seiner Meinung nach handele es sich bei dem Raubtier um eine junge Wölfin, die nach Angaben Ostmanns innerhalb der letzten acht Monate rund 130 Tiere getötet hat und mittlerweile sogar dafür sorge, dass einige Schäfer ernsthaft in Erwägung ziehen, ihren Betrieb aufzugeben. „Diese emotionale und finanzielle Belastung kann und will nicht jeder mitmachen. Viele Betriebe wurden schon mehrfach von der Wölfin heimgesucht“, sagt der Sprecher. Er wirft der Landesregierung vor, nicht genug zum Schutz der Tiere zu tun. „Dieser Wolf ist ein Problemwolf und der Zustand ist nicht mehr tragbar“, sagt er und fordert, dass das Tier der Natur entnommen wird.

Ob tatsächlich ein Wolf die Schafe von Tino Barth angegriffen hat, wird derzeit noch geklärt. Zwar habe der Wolfsberater typische Merkmale, wie einen Biss an der Kehle, erkennen können, doch eindeutig könne der Angreifer erst nach einer DNA-Untersuchung identifiziert werden. „Zumal solche Wunden auch von großen Hunden verursacht werden können, können wir einen Wolfsangriff noch nicht bestätigen“, sagte Achim Stolz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Von Lisa Malecha

25.10.2015