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Der Norden Bald weniger Baustellen-Staus auf Autobahnen?
Nachrichten Der Norden Bald weniger Baustellen-Staus auf Autobahnen?
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00:17 28.11.2015
 Das neue System könne eine Zeitersparnis von bis zu 40 Prozent bringen, schätzt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Auf zwei seiner Autobahnen testet das Land Niedersachsen aktuell ein Schnellreparatursystem für Fahrbahnen aus Beton. Damit könnte die Bauzeit einiger Autobahnbaustellen deutlich verkürzt werden, teilte Verkehrsminister Olaf Lies am Mittwoch mit. Erstmals wird das neue System auf der A 7 zwischen Derneburg und Hildesheim und auf der A 352 am Flughafen in Langenhagen eingesetzt.

Dabei werden Schadstellen in den Fahrbahnen nicht wie gewöhnlich geflickt, sondern durch vorgefertigte Betonfahrbahnplatten ersetzt. Im herkömmlichen Bauverfahren wird zur Ausbesserung Frischbeton verwendet, der nach Angaben des Ministeriums und des ADAC mindestens sechs Stunden lang aushärten muss – eine lange Zeit, in der die Abschnitte nicht befahren werden können. „Vor allem, wenn die Arbeiten nachts erledigt werden, bringt das Reparatursystem für Autofahrer eine Erleichterung“, sagt Jürgen Berlitz vom ADAC.

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr schätzt, dass die neue Methode eine Zeitersparnis von bis zu 40  Prozent bringt. Außerdem seien die Betonfertigteile hochwertiger und auch haltbarer. So sei nicht nur die Reparatur schneller abgeschlossen. Gleichzeitig würden auch weniger Baustellen entstehen. Das Pilotprojekt in Niedersachsen ist Teil einer Forschung der Bundesanstalt für Straßenwesen, die unter anderem auch auf der A 9 in Sachsen-Anhalt erprobt wird.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies erhofft sich viel von dem Projekt. „Sollte sich das Verfahren bewähren, kann dies zumindest für einen Teil der Autobahnbaustellen eine deutliche Reduzierung der Bauzeit mit sich bringen“, sagte der SPD-Politiker nach der Begehung der Baustelle nahe Langenhagen. Die Reduzierung bedeute auch, dass eine potenzielle Gefahrenquelle und Stauursache schneller verschwinden würde. „Am Ende reden wir also vor allem über einen möglichen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit.“Die Schnellreparatur kostetet allerdings mehr als die herkömmliche Methode.
Im Land sind etwa ein Drittel der rund 1400 Autobahnkilometer Betonfahrbahnen. Das neue Verfahren kann nur auf neueren Betonstrecken mit punktuellen Schäden angewendet werden. Möglich wäre es laut Ministerium neben der A 7 und der A 352 noch auf der A30.

Von Isabell Rollenhagen

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