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Neues Verfahren: Werden Stromtrassen zukünftig unter die Erde gepflügt?

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21:36 09.07.2019
Bauarbeiter vor dem Mehrfachpflug zur Verlegung von Erdkabeln. Quelle: Foto: Christophe Gateau/dpa
Wartjenstedt

Der Stromnetzbetreiber Tennet hat am Dienstag ein neues Pflugverfahren zum Verlegen von Höchstspannungsleitungen getestet. Der deutschlandweit erstmalige Versuch auf einem Acker bei Wartjenstedt (Landkreis Wolfenbüttel) verlief erfolgreich, weitere Tests sollen folgen. Tennet erhofft sich von der neuen Methode, Erdkabel schneller und kostengünstiger verlegen zu können. Außerdem wird nur halb so viel Ackerfläche in Anspruch genommen wie bei herkömmlichen Verfahren.

Lies: Auch bei Südlink einsetzen

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) verfolgte den Versuch vor Ort und sprach sich dafür aus, ein solches Verfahren auch beim Bau der 500-Kilovolt-Leitung Südlink einzusetzen: „Das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll, und es erhöht die Akzeptanz für den notwendigen Netzausbau.“ Der wiederum sei zentrales Element der Energiewende.

Mit dem Kabelpflug werden Rohre für Erdkabel unter die Erde gebracht. Der Netzbetreiber Tennet erhofft sich davon mehr Akzeptanz für den Netzausbau.

Südlink soll auf seiner Strecke von Schleswig-Holstein nach Bayern Niedersachsen von Norden nach Süden durchqueren. Vor allem in der Region Hannover gibt es dagegen viel Widerstand. Südlink soll nach dem aktuellen Stand westlich um die Landeshauptstadt herumführen. Die endgültige Route legt die Bundesnetzagentur Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres fest.

13 Kilometer „Teststrecke“

Gestern bei Wartjenstedt ging es aber zunächst einmal nur um den 13 Kilometer langen Erdkabelabschnitt der Trasse Wahle – Mecklar, die im Wesentlichen als Freileitung geplant ist. Im Raum Einbeck stehen auch bereits die ersten Masten. Führende Tennet-Vertreter zeigten sich gestern vorsichtig optimistisch, zumindest Teile dieser Strecke tatsächlich mithilfe des Pflugs verkabeln zu können. Mit Blick auf Südlink wollen sie sich noch nicht festlegen.

Vertreter südniedersächsischer Bürgerinitiativen nutzten aber gestern die Gelegenheit, das neue Verlegeverfahren auch für Südlink zu fordern.

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